Fußball
Darmstadts Siegesserie reißt gegen Bochum

Nach vier Siegen in Serie kommt der SV Darmstadt 98 gegen den abstiegsbedrohten VfL Bochum nicht über ein torloses Unentschieden hinaus. Der Ausfall von Immanuel Höhn schockt die Mannschaft. Auch dessen Vertreter Nicolai Rapp sorgt für eine Schrecksekunde.

Sonntag, 08.03.2020, 09:28 Uhr aktualisiert: 08.03.2020, 09:42 Uhr
Silvere Ganvoula von Bochum und Darmstadts Nicolai Rapp (l-r.) im Zweikampf um den Ball.
Silvere Ganvoula von Bochum und Darmstadts Nicolai Rapp (l-r.) im Zweikampf um den Ball. Foto: Thomas Frey

Darmstadt (dpa/lhe) - Ein wenig schmerzte der Kopf noch, doch sonst ging es Nicolai Rapp nach dem Spiel wieder gut. In der 75. Minute der Partie gegen den VfL Bochum hatte ein Ball den Verteidiger des SV Darmstadt 98 mit voller Wucht im Gesicht getroffen und ausgeknockt. «Aber ich wollte auf die Zähne beißen», sagte die Leihgabe von Union Berlin. «Wir hatten noch einen Wechsel übrig. So konnten wir noch einmal offensiv nachlegen.» Ein Treffer fiel trotzdem nicht mehr. Aber mit dem 0:0 sind die Lilien in der 2. Fußball-Bundesliga seit nunmehr zehn Spielen unbesiegt.

So richtig erinnern konnte sich Rapp nicht an die ersten Momente nach dem Kopftreffer. Dafür berichtete sein Trainer Dimitrios Grammozis: «Zunächst hat er gesagt, es geht. Dann hat er gesagt, dass seine Beine wackelig sind und er nichts mehr sieht. Und dann hat er wieder was gesehen.» Wichtig sei letztlich gewesen, dass Rapp der Mannschaft Stabilität gegeben habe.

Dass der 23-Jährige in der Startelf stand, lag an der schweren Verletzung von Immanuel Höhn. Der Innenverteidiger hatte sich im Abschlusstraining am Freitag den Knöchel gebrochen und fällt wochenlang aus. «Da wird Fußball zur Nebensache», sagte Keeper Marcel Schuhen. «Wir sind schon irgendwie eine Familie. Das hat richtig weh getan, als der Junge unter Tränen raus musste.»

Als Grund für die ziemlich überschaubare Offensivleistung des Teams in einer über weite Strecken zähen Partie wollte Grammozis den Schock über Höhns Ausfall aber nicht zählen lassen. Es habe einfach die Leichtigkeit gefehlt. «Das sah manchmal ein bisschen anstrengend aus, was wir mit dem Ball gemacht haben. Das war nicht so flüssig und so frei.»

Trotzdem sei er zufrieden mit dem Ergebnis, der Defensive und der kämpferischen Leistung. «Das war ein sehr schweres Spiel gegen einen unangenehmen Gegner», sagte der Lilien-Coach, der in Bochum als Spieler, Nachwuchs- und Assistenztrainer sechseinhalb Jahre aktiv war.

Man habe nach zuletzt vier Siegen in Folge nicht erwarten dürfen, dass die Mannschaft jeden Gegner schlage. Die Favoritenrolle gegen die abstiegsbedrohten Bochumer sei von der Öffentlichkeit vergeben worden. «Wir wissen, dass wir in jedem Spiel punkten können. Aber wir wissen auch, dass wir Probleme bekommen, wenn wir weniger investieren.»

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