Fußball
Entscheidung über Derby am Dienstag: Geisterspiel in Paris

Noch gibt es keine einheitliche Umsetzung der Empfehlung von Bundesgesundheitsminister Spahn, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern abzusagen. Dies betrifft vor allem Fußball-Events. In NRW sind noch keine Entscheidungen gefallen.

Montag, 09.03.2020, 13:56 Uhr aktualisiert: 09.03.2020, 14:02 Uhr
Horst Heldt, Geschäftsführer des 1.FC Köln, sitzt auf der Trainerbank.
Horst Heldt, Geschäftsführer des 1.FC Köln, sitzt auf der Trainerbank. Foto: Andreas Gora

Düsseldorf (dpa) - Die Entscheidung über Absagen oder Geisterspiele in der Fußball-Bundesliga wegen des Coronavirus wird in Nordrhein-Westfalen wohl nicht vor Dienstag fallen. «Wir werden uns morgen Mittag/Nachmittag erklären», sagte ein Sprecher der Stadt Mönchengladbach am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Im Borussia-Park steht für Mittwochabend (18.30 Uhr) das Nachholspiel von Borussia Mönchengladbach gegen den 1. FC Köln an. Die Partie sollte ursprünglich am 9. Februar stattfinden, wurde aber wegen des Sturmtiefs «Sabine» verschoben. Die Entscheidung trifft die örtliche Behörde, in diesem Falle das Gesundheitsamt in Mönchengladbach.

Dies gilt auch für das am nächsten Samstag anstehende Revier-Derby der Fußball-Bundesliga zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04. «Wir rechnen spätestens am morgigen Dienstag mit einer verbindlichen Entscheidung der zuständigen Behörden», teilte der BVB am Montag mit. Das Champions-League-Spiel der Dortmunder am Mittwoch (21.00 Uhr) bei Paris Saint-Germain findet vor leeren Rängen statt. Das teilte die Polizeipräfektur der französischen Hauptstadt am Montagmittag mit.

Sportchef Horst Heldt vom Bundesligaclub 1. FC Köln hat in der Diskussion um Spielabsagen oder Geisterspiele einen uneinheitlichen Kurs kritisiert. «Ich finde den Umgang mit dem Coronavirus konsequent inkonsequent», sagte Heldt in der Pressekonferenz am Montag: «Manche Spiele finden statt, andere nicht. Ich würde mir wünschen, dass es eine klare Ansage gibt.» Über die Austragung des Bundesligaspiels der Kölner gegen Mainz 05 am Samstag wird wohl nicht vor Donnerstag befunden.

Für das Derby in Mönchengladbach gibt es dem Vernehmen nach auch die mögliche Option, den Termin erneut zu verschieben. «Auch das wäre eine Möglichkeit», sagte Borussias Mediendirektor Markus Aretz am Montag der dpa. Die Bundesligapartie gegen Borussia Dortmund am vergangenen Samstag wurde ausgetragen, obwohl im nur wenige Kilometer entfernten Kreis Heinsberg die bislang höchste Anzahl von Coronavirus-Infektionen bekannt wurde.

Kölns Trainer Markus Gisdol will sich durch die Diskussionen nicht irritieren lassen. «Ich versuche, mich mit dem Thema nicht verrückt zu machen.» So oder so sei ein Geisterspiel «für alle eine besondere Situation. Ich hatte das noch nicht, nur in Testspielen», sagte Gisdol: «Welchem Team es einen Vorteil bringen würde, kann keiner sagen.»

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte empfohlen, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern wegen der Coronakrise vorerst abzusagen.

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