Kirche
Rechtliche Unklarheit: Woelki verschiebt Missbrauchsbericht

Köln (dpa/lnw) - Der Kölner Erzbischof Rainer Woelki hat die Vorstellung eines Berichts zum Umgang mit Missbrauchsfällen kurzfristig verschoben. Ein neuer Termin wurde noch nicht mitgeteilt. Der Grund sei eine unklare Rechtslage, teilte das Erzbistum am Dienstag mit. Es war geplant, bei der Präsentation am Donnerstag auch diejenigen zu benennen, die im Erzbistum dafür verantwortlich waren, dass Missbrauchsfälle nicht konsequent aufgedeckt und geahndet wurden. Diese «identifizierbare Nennung der früheren Verantwortungsträger» sei aber noch nicht in all ihren Rechtsaspekten «abschließend geklärt». Es gebe «erhebliche Zweifel an der Rechtssicherheit».

Dienstag, 10.03.2020, 13:40 Uhr aktualisiert: 10.03.2020, 13:52 Uhr
Rainer Maria Woelki, Kardinal der römisch-katholischen Kirche, Erzbischof von Köln.
Rainer Maria Woelki, Kardinal der römisch-katholischen Kirche, Erzbischof von Köln. Foto: Andreas Arnold

Die Missbrauchsuntersuchung durch eine Münchner Kanzlei erfolgte nach Angaben des Erzbistums absolut unabhängig. Geprüft wurde, ob die Vorgehensweise der Verantwortlichen «jeweils im Einklang mit den Vorgaben des kirchlichen und des staatlichen Rechts» stand.

Eine vor eineinhalb Jahren von der Deutschen Bischofskonferenz vorgestellte Studie hatte ergeben, dass zwischen 1946 und 2014 mindestens 1670 katholische Kleriker 3677 meist männliche Minderjährige missbraucht haben sollen. Kritiker bemängelten an der Studie, dass die Autoren keinen Zugang zu Originaldokumenten in den Kirchenarchiven bekommen hatten. Das ist bei der Kölner Studie anders. Eine vergleichbare Untersuchung gebe es bisher in keinem anderen deutschen Bistum, hob das Erzbistum Köln hervor.

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