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Sparkassenpräsidentin: Corona-Kredite greifen zu kurz

Essen (dpa/lnw) - Die Rettungskredite der staatlichen Förderbank KfW in der Corona-Krise greifen nach Meinung der Präsidentin des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe zu kurz. Unternehmen sollten mehr Zeit bekommen, das geliehene Geld zurückzuzahlen, sagte Liane Buchholz der «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung» (Donnerstag). Beim Programm der KfW bekommen derzeit nur Unternehmen ein Darlehen, die dieses voraussichtlich binnen fünf Jahren wieder zurückzahlen können. «An dieser Stelle sollte nachgebessert werden», sagte Buchholz dem Blatt. «Es wäre sinnvoll, den Unternehmen mehr Zeit zu geben.» Der Verband vertritt 57 Geldinstitute in Nordrhein-Westfalen.

Donnerstag, 02.04.2020, 06:36 Uhr aktualisiert: 02.04.2020, 06:42 Uhr
Liane Buchholz, Präsidentin des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe.
Liane Buchholz, Präsidentin des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe. Foto: Ole Spata

Seit dem 23. März können Firmen Mittel aus dem KfW-Sonderprogramm bei ihrer Hausbank beantragen. Die staatliche Förderbank - und damit die öffentliche Hand - übernimmt den Großteil des Risikos. Ähnliche Kritik wie Buchholz hatte zuvor bereits der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Helmut Schleweis, an den Krediten geäußert.

Buchholz regte zugleich an, dass Sparkassen in der Krise auch direkt bei Unternehmen einsteigen könnten. «Es wäre hilfreich, bestimmte Unternehmen auch direkt mit Eigenkapital zu unterstützen», sagte sie der Zeitung. Einige Sparkassen hätten bereits Beteiligungsgesellschaften, die etwa in Start-ups investierten. «Ein ähnliches Vorgehen kann ich mir auch bei Firmen vorstellen, die unter der Corona-Krise leiden.»

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