Kriminalität
Häftling kommt wegen Corona frei und fällt als Ladendieb auf

Wuppertal (dpa/lnw) - Ein Mann (44), der im Zuge der Corona-Krise vorzeitig aus der Haft entlassen wurde, soll jetzt wieder ins Gefängnis kommen: Zwei Tage nach seiner Freilassung ist er laut Wuppertaler Polizei am Donnerstag in einem Einkaufszentrum in Remscheid als mutmaßlicher Ladendieb erwischt worden. Ein Beil hatte er auch noch dabei.

Freitag, 03.04.2020, 13:24 Uhr aktualisiert: 03.04.2020, 13:32 Uhr
Ein Polizeifahrzeug steht während einer Verkehrskontrolle mit Blaulicht auf der Straße.
Ein Polizeifahrzeug steht während einer Verkehrskontrolle mit Blaulicht auf der Straße. Foto: Patrick Seeger

Wie die Polizei am Freitag mitteilte, war der 44-Jährige trotz Hausverbots in einen Supermarkt gekommen und dort beim Diebstahl von Kosmetikartikeln ertappt worden. Als die Polizei dazu stieß, kam heraus, dass der Mann wegen einer nicht bezahlten Geldstrafe zuletzt eine Ersatzfreiheitsstrafe verbüßte - und im Zuge der Corona-Krise am 31. März vorläufig freigelassen worden war.

Da er auch noch ein Beil in seinem Stoffbeutel dabei hatte, wird nun wegen Diebstahls mit Waffen ermittelt. Die Staatsanwaltschaft hat einen Haftbefehl beantragt.

Die Landesregierung hatte angekündigt, wegen der Corona-Krise Häftlinge vorzeitig freilassen. Man brauche für den Fall eines Ausbruchs im Strafvollzug rund 1000 freie Zellen, um Quarantänezonen schaffen zu können. Betroffen sind unter anderem Häftlinge, die Ersatzfreiheitsstrafen wegen nicht gezahlter Geldstrafen absitzen. Bei ihnen soll der Haftantritt aufgeschoben oder die Haft ebenfalls ausgesetzt werden.

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