Kirche
Woelki will Missbrauchsbericht nach Corona-Krise vorstellen

Köln (dpa/lnw) - Der verschobene Bericht zum Umgang mit Missbrauchsfällen im Erzbistum Köln soll nach Angaben von Kardinal Rainer Woelki möglichst bald nach der Corona-Krise veröffentlicht werden. Der unabhängige Bericht einer Münchner Rechtsanwaltskanzlei werde noch in diesem Jahr vorgelegt, «und zwar so früh wie möglich», sagte Woelki in einem Interview des «Kölner Stadt-Anzeiger» (Samstagsausgabe). Woelki hatte die für März geplante Vorstellung des Berichts kurzfristig abgesagt und dies mit einer unklaren Rechtslage begründet.

Freitag, 03.04.2020, 15:49 Uhr aktualisiert: 03.04.2020, 16:02 Uhr
Rainer Maria Woelki, Kardinal der römisch-katholischen Kirche und Erzbischof von Köln.
Rainer Maria Woelki, Kardinal der römisch-katholischen Kirche und Erzbischof von Köln. Foto: Andreas Arnold

Bei der Präsentation sollten auch die Namen derjenigen genannt werden, die im Erzbistum dafür verantwortlich waren, dass Missbrauchsfälle nicht konsequent aufgedeckt und geahndet wurden. Dabei werde es auch bleiben, betonte Woelki nun. «Wir werden unsere Versprechen einlösen. Namen werden genannt. Aber dafür müssen die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden.»

Es solle nichts vertuscht werden. Das Erzbistum wolle sowohl «das institutionell-systemische als auch das persönliche Versagen» benennen. «Dabei können wir aber nicht in Kauf nehmen, dass wir mit einem Bericht, der dem Recht Gehör verschaffen soll, gleichzeitig die Rechte von Personen verletzen, die in dem Bericht belastet werden.»

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