Kriminalität
NRW will Corona-Hilfen schnell wieder auszahlen

Für viele Kleinunternehmer in NRW ist es ein Schock. Das Land hat die Auszahlung der Soforthilfen gestoppt, weil Kriminelle Geld abgreifen wollen. Die Zwangspause soll aber möglichst kurz ausfallen.

Freitag, 10.04.2020, 10:29 Uhr aktualisiert: 10.04.2020, 18:02 Uhr
Andreas Pinkwart (FDP) beantwortet Fragen von Journalisten.
Andreas Pinkwart (FDP) beantwortet Fragen von Journalisten. Foto: Federico Gambarini

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die nordrhein-westfälische Landesregierung will die Auszahlung der Corona-Soforthilfen so schnell wie möglich wieder aufnehmen. Das kündigte Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) an. «Wir brauchen die Kleinunternehmer, um schnell wieder aus der Krise zu kommen.» Die wegen Betrugsverdachts gestoppten Hilfszahlungen müssten aber in die richtigen Hände gelangen. «Deshalb überprüfen wir mit den Bezirksregierungen und der Finanzverwaltung die offenen Anträge und Bewilligungen und bitten die Unternehmerinnen und Unternehmer um etwas Geduld und Verständnis», sagte Pinkwart.

Das Wirtschaftsministerium hatte am Donnerstag vorübergehend die Auszahlung der Hilfsgelder für Selbstständige und kleine Unternehmen ausgesetzt. Auch weitere Bewilligungen werden zunächst nicht mehr erteilt. Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt gehen dem Verdacht nach, dass unbekannte Täter über gefälschte Antragsseiten Daten der Antragsteller abgegriffen und mit falschen Kontoverbindungen an das NRW-Wirtschaftsministerium weitergeleitet haben.

Bis zum vorübergehenden Auszahlungsstopp waren in Nordrhein-Westfalen knapp 385 000 Anträge auf Corona-Soforthilfen eingegangen. Davon wurden nach Angaben des Wirtschaftsministeriums fast 364 000 Anträge bewilligt. Der weitaus größte Anteil sei mit knapp 314 000 Antragstellern auf eine Zuschusssumme von 9000 Euro entfallen. Insgesamt seien bislang knapp 3,2 Milliarden Euro zur Sicherung der kleinen Betriebe ausgezahlt worden.

Sowohl das Land als auch der Bund hatten direkte Zuschüsse für Unternehmen beschlossen, deren Geschäft angesichts der Corona-Pandemie leidet oder ganz ausfällt. Betriebe mit bis zu fünf Angestellten können 9000 Euro beantragen, Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten 15 000 Euro. Mittelgroße Betriebe mit bis zu 50 Mitarbeitern können 25 000 Euro bekommen.

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