Kriminalität
Ehefrau getötet: Geständnis zum Prozessauftakt

Bonn (dpa/lnw) - In einem Totschlagsprozess vor dem Landgericht Bonn hat der 41 Jahre alte Angeklagte am Montag ein umfassendes Geständnis abgelegt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem gelernten Gas- und Wasserinstallateur aus Waldbröl vor, im November 2019 seine 28 Jahre alte Ehefrau mit 18 Messerstichen aus Eifersucht getötet zu haben.

Montag, 04.05.2020, 14:38 Uhr aktualisiert: 04.05.2020, 14:52 Uhr
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener

Seit Monaten habe es wiederholt Streit zwischen ihm und seiner Frau gegeben, da sie ein Verhältnis mit einem Arbeitskollegen gehabt habe, so der Angeklagte in einer Erklärung zum Prozessauftakt. Einen Tag vor der Tat habe sie ihn beleidigt und ihm eröffnet, dass sie über die Weihnachtstage 2019 nicht mit in seine rumänische Heimat fliegen, sondern wegen des Liebhabers in Waldbröl bleiben werde.

Daraufhin, so heißt es in der schriftlichen Erklärung, habe er sich einen Tag vor der Tat umbringen wollen. Er sei mit dem Auto gegen einen Baum gefahren, habe den Unfall jedoch überlebt. Als am nächsten Tag der Streit im Schlafzimmer erneut eskaliert sei, habe er ein Schälmesser genommen und zugestochen. «Ich hatte keine Kontrolle mehr über mich.»

Anschließend habe der Angeklagte das Schlafzimmer verlassen, den Notruf gewählt und die Polizei informiert. Die Verletzungen der 28-Jährigen waren so schwer, dass sie noch am Tattag im Krankenhaus starb. Seitdem sitzt der 41-Jährige in Untersuchungshaft.

Das Paar, seit acht Jahren verheiratet, sei vor zwei Jahren nach Deutschland gekommen, um Geld für ein Haus in der Heimat zu verdienen und ein Kind zu bekommen.

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