Festspiele
Ruhrfestspiele stoppen Pläne für Herbstausgabe

Recklinghausen (dpa/lnw) - Nach der Absage der Ruhrfestspiele in diesem Frühsommer wegen der Corona-Pandemie verzichtet die Festivalleitung auch auf ein Alternativprogramm im Herbst. In enger Abstimmung mit den Gesellschaftern sei entschieden worden, die Planungen für ein angedachtes Herbstfestival im Oktober abzubrechen, hieß es am Mittwoch. Die bis in den Spätsommer reichenden Bestimmungen zu Eindämmung des Coronavirus machten Planungen auf seriöser Grundlage unmöglich. Theater seien weiterhin geschlossen, Proben für Premieren ausgesetzt, internationale Reisen nicht möglich, die Konsequenzen des bis Ende August geltenden Großveranstaltungsverbots ungewiss. Es fehle an klaren Hinweisen der Behörden zu Hygiene-Regeln für Zuschauerräume oder Publikumsgrößen.

Mittwoch, 06.05.2020, 16:23 Uhr aktualisiert: 06.05.2020, 16:32 Uhr
Das Ruhrfestspielhaus in Recklinghausen.
Das Ruhrfestspielhaus in Recklinghausen. Foto: Marcel Kusch

Die Ruhrfestspiele bedauerten die Entwicklung. Die Entscheidung zur Absage des gut sechswöchigen Festivals in Recklinghausen ab Mai war bereits im März gefallen, über eine Verschiebung von Programmteilen in den Herbst aber weiter nachgedacht worden. «Es fällt schwer, endgültig anzuerkennen, dass wir in diesem Jahr keine Ruhrfestspiele haben werden», erklärte Intendant Olaf Kröck am Mittwoch. Er wolle nach vorne schauen. Nächstes Jahr begeht das traditionsreiche Theaterfest sein 75-jähriges Jubiläum. «Neue Zeiten bringen möglicherweise neue Ruhrfestspiele hervor. Das wollen wir jetzt mit Lust und großer Kreativität angehen.»

Die Ruhrfestspiele teilten außerdem mit, für die Kunstschaffenden und freien Mitarbeiter «differenzierte Lösungen» bei der Abrechnung und Anerkennung von Ausfallzahlungen finden zu wollen.

Die Ruhrfestspiele gehören zu den ältesten und größten Theaterfestivals in Europa. Zu den Gesellschaftern gehören der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Stadt Recklinghausen.

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