Kriminalität
Rechtsextremer greift Presseteam in Dortmund an

Dortmund (dpa/lnw) - Ein Rechtsextremer hat laut Polizei am Samstag ein Presseteam in Dortmund angegriffen. Der Mann habe gegen die Kamera der Journalisten geschlagen und eine Person leicht verletzt, teilte die Polizei mit. Der 23-Jährige kam in Polizeigewahrsam. Zuvor habe der Mann auf einer untersagten Versammlung auf dem Alten Markt einen Medienvertreter beleidigt.

Samstag, 09.05.2020, 21:07 Uhr aktualisiert: 09.05.2020, 21:13 Uhr
Ein Blaulicht an einer Polizeistreife.
Ein Blaulicht an einer Polizeistreife. Foto: Lino Mirgeler

Die Stadt Dortmund hatte die für den Samstagnachmittag angemeldete Demonstration gegen Corona-Einschränkungen aus infektionsschutzrechtlichen Gründen verboten. Dennoch erschienen der Polizei zufolge bis zu 150 Menschen, unter ihnen eine Gruppe polizeibekannter Rechtsextremer.

In der Stadt fanden am Samstag mehrere weitere Versammlungen statt, unter anderem eine ebenfalls nicht genehmigte Spontanversammlung am Willy-Brandt-Platz. Nachdem sich die verbotene Versammlung am Alten Markt aufgelöst hatte, kam es in Höhe der Hansastraße zu dem Angriff.

Für welches Medium die Journalisten unterwegs waren, teilte die Polizei nicht mit. In Berlin waren innerhalb weniger Tage am Rande von Corona-Protesten Vertreter von ARD und ZDF attackiert worden. Am 1. Mai wurde ein Kamerateam der ZDF-Satiresendung «heute-show» von einer Gruppe vermummter Täter angegriffen. Sechs Menschen wurden dabei nach Angaben des ZDF verletzt und ins Krankenhaus gebracht. Wenige Tage später wurde bei einer nicht genehmigten Demonstration gegen die Corona-Beschränkungen vor dem Reichstagsgebäude in Berlin ein Kamerateam der ARD angegriffen.

Nachrichten-Ticker