Konjunktur
Corona-Lockerungen sorgen für besseres Geschäftsklima in NRW

Düsseldorf (dpa) - Die Stimmung in der nordrhein-westfälischen Wirtschaft hat sich nach den Lockerungen in der Corona-Krise aufgehellt. Zwar habe sich die aktuelle Geschäftslage im Mai weiter leicht verschlechtert, doch die Unternehmen blickten deutlich weniger pessimistisch in die Zukunft als noch im April, berichtete die NRW.Bank am Freitag. Der Konjunkturindikator der Bank, das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima, verbesserte sich von seinem Allzeittief im April mit -40,4 Punkten auf minus -29,8 Punkte im Mai.

Freitag, 05.06.2020, 09:34 Uhr aktualisiert: 05.06.2020, 09:42 Uhr

Noch nie sei der Indikator innerhalb nur eines Monats so stark gestiegen. Das jüngste Plus mache jedoch nur rund ein Fünftel des vorherigen Einbruchs wieder wett und beruhe allein auf den gestiegenen Geschäftserwartungen der NRW-Unternehmen für die kommenden sechs Monate. «Die konjunkturelle Talfahrt ist erst einmal gestoppt», sagte Eckhard Forst, Vorstandsvorsitzender der NRW.Bank. «Für eine Entwarnung ist es allerdings noch zu früh.»

Das stärkste Stimmungsplus habe es im Handel gegeben. Angesichts der Lockerungen bei den Corona-Beschränkungen beurteilten die Einzelhändler im Mai sowohl ihre Geschäftsperspektiven für die kommenden sechs Monate als auch ihre aktuelle Geschäftslage deutlich besser als noch im April. Auch die Dienstleister seien weniger pessimistisch.

Im verarbeitenden Gewerbe habe sich die Stimmung nur leicht verbessert. Auffällig sei der Stimmungseinbruch in der Chemieindustrie. Nachdem die anderen Industriezweige ihre Produktion bereits im April heruntergefahren hatten, zogen im Mai auch die Chemiefirmen nach. In den Vormonaten hatte sich die Branche noch vergleichsweise gut behaupten können.

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