Luftverkehr
Tuifly: Flotte halbieren und Standorte schließen

Das Sommerprogramm läuft bei Tui verspätet an, ein Milliardenkredit des Staates soll die Zahlungsfähigkeit im Kampf gegen die Corona-Folgen sichern. Nun kündigt das Management einen harten Sparkurs bei der Airline Tuifly an - auch für die NRW-Standorte.

Freitag, 05.06.2020, 11:33 Uhr aktualisiert: 05.06.2020, 11:42 Uhr
Flugzeuge von Tuifly parken am Flughafen Hannover.
Flugzeuge von Tuifly parken am Flughafen Hannover. Foto: Julian Stratenschulte

Hannover/Köln (dpa/lnw) - Der mit einem staatlichen Milliardenkredit gestützte Reisekonzern Tui will seinen deutschen Ferienflieger Tuifly wegen des hohen Spardrucks in der Corona-Krise um rund die Hälfte verkleinern. Auch Standorte in NRW sollen geschlossen werden. Das Management habe den Mitarbeitern entsprechende Pläne vorgestellt, sagte ein Tuifly-Sprecher am Freitag. Ziel sei es, die eigentlich vorgesehene Flotte von 39 Jets vom Typ Boeing 737 zu halbieren und mehrere deutsche Standorte wie Köln, Bremen und Münster-Osnabrück zu schließen. Wie viele Jobs wegfallen müssen, werde nun Teil der Gespräche zwischen Unternehmensführung und Arbeitnehmervertretern.

Die im Aufsichtsrat vertretene Gewerkschaft Verdi betonte, es seien noch keine konkreten Entscheidungen gefallen - man erwarte aber «harte Schnitte». Für die Kunden soll sich zunächst nichts ändern: Der aktuelle Sommerflugplan von Tuifly für die in diesem Jahr verspätet gestartete Saison habe Bestand. Das Unternehmen hatte aber auch bereits den Plan für 2021 vorzeitig freigeschaltet.

Bei Tuifly gibt es rund 2000 Vollzeitstellen, davon 1400 Piloten und Flugbegleiter. Dem Nachrichtensender ntv zufolge stehen die Jobs von 700 Mitarbeitern auf der Kippe, davon 230 Vollzeitstellen. Der Konzern wollte diese Zahlen nicht bestätigen.

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