Umweltverschmutzung
Schadstoff-Ausstoß der Kokerei Prosper halbiert

Bottrop (dpa/lnw) - Die Investitionen zur Verringerung des Schadstoffausstoßes der Kokerei Prosper in Bottrop zeigen nach Einschätzung des Stahlkonzern ArcelorMittal Wirkung. Die Messwerte an der Kokerei für den Ausstoß von Benzo(a)pyren seien im Vergleich zum vergangenen Jahr bereits um mehr als 50 Prozent gesunken, sagte der Leiter der Anlage, Thomas Degen, am Freitag. Er sei sehr zuversichtlich, dass der vorgegebene Zielwert in diesem Jahr eingehalten werde.

Freitag, 05.06.2020, 12:50 Uhr aktualisiert: 05.06.2020, 13:02 Uhr
Das Gelände der Kokerei Prosper in Bottrop.
Das Gelände der Kokerei Prosper in Bottrop. Foto: Bernd Thissen

Die Kokerei überschreitet seit 2018 den Zielwert für den als krebserregend geltenden Stoff. Im vergangenen Jahr wurden im Jahresdurchschnitt 2,3 Nanogramm pro Kubikmeter Luft gemessen. Der Zielwert ist 1,0 Nanogramm. Die Bezirksregierung Münster hatte ArcelorMittal Vorgaben gemacht, um den Wert einzuhalten. Eine vollständige Schließung der Kokerei könne aufgrund einer Zielwertüberschreitung jedoch nicht gefordert werden, hatte NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) dem Landtag mitgeteilt. Es handele sich nicht um einen Grenzwert.

Seit 2019 seien beschädigte Ofentüren getauscht, Türdichtungen ersetzt die Schließgenauigkeit der Türen verbessert worden, sagte Degen. Undichte Ofentüren gelten als Hauptgrund für den erhöhten Schadstoffausstoß. Aktuell werde an einem Reinigungskonzept für die Bedienmaschinen der Öfen gearbeitet, das bis Anfang 2021 umgesetzt werden solle. Insgesamt würden 20 Millionen Euro in den Jahren 2019 und 2020 in Umweltmaßnahmen investiert. Der Koks aus Bottrop wird hauptsächlich an das Stahlwerk von ArcelorMittal in Bremen geliefert.

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