Fußball
Hertha schielt nach oben: «Brauchen Top-Organisation»

Hertha will die positive Serie in den Geisterspielen fortsetzen. In Dortmund wartet allerdings eine besonders schwere Aufgabe. Jubilar Labbadia verlangt von seinen Profis eine «Top-Organisation». Die lange Ausfall-Liste soll kein Alibi sein.

Samstag, 06.06.2020, 10:17 Uhr aktualisiert: 06.06.2020, 10:32 Uhr
Bruno Labbadia, Trainer von Hertha, gestikuliert am Spielfeldrand.
Bruno Labbadia, Trainer von Hertha, gestikuliert am Spielfeldrand. Foto: Alexander Hassenstein

Berlin (dpa) - Michael Preetz erwartet «eine intensive Auseinandersetzung», Bruno Labbadia verlangt von seinem Personal eine «Top-Organisation». Hertha BSC tritt als Mannschaft der Stunde zum nächsten Geisterspiel in der Fußball-Bundesliga beim Tabellenzweiten Borussia Dortmund an und schielt zumindest vorsichtig nach oben. «Wenn wir können, wollen wir versuchen, dem Gegner auch immer unser Spiel aufzuzwängen», erklärte Trainer Labbadia trotz des nächsten starken Gegners.

Die Berliner möchten auch am Samstag (18.30 Uhr/Sky) die Ungeschlagen-Serie unter ihrem neuen Chefcoach fortsetzen. Was es dazu braucht, ist dem Trainer klar: «Wir müssen defensiv toporganisiert sein - und auch mit dem Ball einiges tun und uns zeigen. Gegen Dortmund ist das nicht so einfach. Entscheidend wird sein, wie reagieren wir auf bestimmte Phasen.» Der letzte Hertha-Sieg in Dortmund datiert vom Dezember 2013 (2:1).

Für Manager Preetz spielt der BVB unter Favre «eine starke Saison», auch wenn der Abstand zu Dauermeister München schon wieder sieben Punkte beträgt. «Auch gegen die Bayern war es ein Topauftritt, sie haben ein bisschen unglücklich verloren», erinnerte der Hertha-Manager an das jüngste 0:1 der Borussia gegen den Tabellenführer. Auch Preetz betonte, dass Abwehr allein im Signal Iduna Park nicht reichen wird: «Man braucht eine gemeinsame gute defensive Strategie, aber auch Angriffe nach vorn, um in die torgefährliche Zone zu kommen.»

Die lange Ausfall-Liste soll für die Berliner, die mit 38 Punkten inzwischen vor auf Rang neun gerückt sind und dank des erfolgeichen Labbadia-Einstiegs mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben, kein Alibi sein. Vor allem der erzwungene Verzicht auf den formstarken Matheus Cunha aber tut weh. Auch Marvin Plattenhardt, Marius Wolf und Ersatztorwart Thomas Kraft fehlen noch immer. Für die verletzten Santiago Ascacibar und Luca Netz ist die Saison bereits beendet. Niklas Stark und Karim Rekik haben gerade erst wieder mit Mannschaftstraining begonnen.

Labbadia erwartet von allen Spielern wieder genausoviele Emotionen wie zuletzt. «Das erste Spiel war sehr eigenartig. Jetzt haben wir uns ein Stück daran gewöhnt», sagte Labbadia zu den besonderen Bedingungen ohne Fans in der Corona-Zeit. «Wir versuchen, uns das Ganze zu Nutzen zu machen.» Gerade in Dortmund wird der 54-Jährige, der zum 250. Mal als Trainer bei einem Bundesligaspiel auf der Bank sitzt, eine total andere Atmosphäre als normal vorfinden. «Die Emotionen müssen derzeit extrem aus uns herauskommen. Die Ergebnisse tun das Übrige dazu. Das werden wir beibehalten», sagte Labbadia.

Nachrichten-Ticker