Archäologie
Ägyptische Göttin Isis aus römischer Müllgrube im Museum

Sie ist etwa 1900 Jahre alt, nur ein paar Zentimeter groß und aus weißem Ton geschnitten: Eine Abbildung der ägyptischen Göttin Isis haben Archäologen in Krefeld in den Relikten eines römischen Militärlagers entdeckt.

Sonntag, 07.06.2020, 08:50 Uhr aktualisiert: 07.06.2020, 09:02 Uhr
Ausstellung «Abenteuer Großgrabung» im Archäologischen Museum Krefeld.
Ausstellung «Abenteuer Großgrabung» im Archäologischen Museum Krefeld. Foto: Andreas Bischof

Krefeld (dpa) - Eine kleine Frauenfigur aus der Römerzeit hat Archäologen in Krefeld überrascht. Das etwa acht Zentimeter große Persönchen aus Ton ist eine Abbildung der ägyptischen Göttin Isis und wurde bei Ausgrabungen in Krefeld gefunden. «Es ist ein ungewöhnlicher Fund aus der Römerzeit am Niederrhein», sagte Stadtarchäologe Hans-Peter Schletter. Die dargestellte Frau sitzt auf einem Thron und hat ein Kind auf dem Schoß. «Diese Darstellung der ägyptischen Gottheit ist das Vorbild für unsere Maria mit dem Jesuskind», meinte Schletter.

In Krefeld waren ab dem Jahr 70 nach Christus römische Hilfstruppen stationiert. Das kleine Relief gehört zu einem Tonkrug, der in einer antiken Müllgrube entdeckt wurde. Das Gefäß könnte Teil eines Hausaltares gewesen sein, meinte Archäologe Eric Sponville. Mit anderen Funden - darunter sind Münzen, Urnen, Waffen und ein Pferdegerippe - wird die Isis im Archäologischen Museum Krefeld gezeigt. Bei der Grabung wurden vor zwei Jahren 90 000 Funde entdeckt.

Das Lager war Teil der Sicherung der römischen Grenze am Rhein vor den Germanen. Dieser auch in NRW verlaufende Abschnitt des Limes könnte in die Unesco-Welterbe-Liste aufgenommen werden. Im Juli 2021 könnte die Kulturorganisation der Vereinten Nationen darüber entscheiden.

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