Atomkraft
Russische Aktivisten wollen keinen deutschen Atommüll mehr

Moskau/Gronau (dpa) - Russische Umweltaktivisten haben ein Ende des Transports von Produktionsabfällen aus der deutschen Urananreicherungsanlage Gronau nach Russland gefordert. «Jeglicher Transport von Atommüll muss sofort gestoppt werden», hieß es am Dienstag in einem Schreiben der Organisation Ecodefense an Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD). Die Atomindustrie profitiere von den Transporten während der Corona-Pandemie, weil diese wegen der strengen Ausgangsbeschränkungen in Russland ohne größeres Aufsehen über die Bühne gingen. Das giftige Material werde meist per Schiff, Bahn oder Lastwagen nach Russland gebracht.

Dienstag, 09.06.2020, 19:04 Uhr aktualisiert: 09.06.2020, 19:12 Uhr
Ein Warnschild, das vor radioaktiven Stoffen oder ionisierenden Strahlen warnt.
Ein Warnschild, das vor radioaktiven Stoffen oder ionisierenden Strahlen warnt. Foto: Jens Büttner

Immer wieder gehen russische Demonstranten gegen die tonnenweisen Lieferungen von Uranhexafluorid aus Nordrhein-Westfalen vor. Die russische Atomindustrie nehme den Atommüll aus kommerziellen Gründen gerne an, hieß es. «Viele dreckige Industrien» versuchten die Situation zu ihrem Vorteil zu nutzen, schrieben die beiden Aktivisten Alexandra Koroljowa und Wladimir Sliwjak weiter. Sie forderten die deutsche Regierung auch auf, die Kohleimporte etwa aus dem Kusbass, einem der größten Abbaugebiete Russlands, zu stoppen. Mehr als 40 Prozent der deutschen Importkohle kämen derzeit aus Sibirien.

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