Energie
Projekt erprobt Energieversorgung der Zukunft

Essen (dpa) - In drei Städten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz wird erprobt, wie das Verbrennen von Kohle und Gas für die kommunale Energieversorgung weitgehend überflüssig gemacht werden kann. Der Energiekonzern Eon will mit Partnern Stadtquartiere in Essen, Bedburg und Kaisersesch (Rheinland-Pfalz) bis Ende 2024 digital vernetzen, um so Erzeugung und Verbrauch miteinander in Einklang zu bringen. Von dem insgesamt 60 Millionen Euro, die in das Projekt «SmartQuart» fließen, stammen rund 21 Millionen Euro aus dem Förderprogramm «Reallabore der Energiewende» des Bundes.

Mittwoch, 10.06.2020, 14:33 Uhr aktualisiert: 10.06.2020, 14:42 Uhr
Das Logo des Energiekonzerns Eon an der Konzernzentrale.
Das Logo des Energiekonzerns Eon an der Konzernzentrale. Foto: Rolf Vennenbernd

In den drei Städten werden unterschiedliche Ansätze verfolgt, wie Eon am Mittwoch berichtete. In Bedburg soll ein kleinstädtisches Neubaugebiet mit 130 Wohneinheiten eine autarke «grüne» Energieversorgung mit eigenem Windrad, Quartiers-Photovoltaikanlagen und zentralen Wärmepumpen erhalten.

In Kaisersesch wird in einem Gebiet mit Industrie, Gewerbe und Wohnungen die Wasserstofftechnologie erprobt. Am Ort erzeugter grüner Wasserstoff soll für Wärme, Mobilität und Produktion genutzt werden, unter anderem für Wasserstoff-Busse im öffentlichen Nahverkehr.

In einem innerstädtischen Viertel in Essen sollen Teile des Strombedarfs ebenfalls direkt an Ort und Stelle erzeugt werden. Geplant ist auch ein zentraler Stromspeicher. In der Summe werde das großstädtische Quartier aber weiter auf Stromimporte angewiesen sein. Durch die Vernetzung mit den beiden anderen Projektstädten werde es insgesamt aber einen Ausgleich von Erzeugung und Verbrauch geben, versichert Eon.

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