Urteile
Nachbarin im Wahn erwürgt: Täter muss in Psychiatrie

Ein Mann erwürgt im Wahn seine Nachbarin. Bestraft werden kann er dafür nicht.

Mittwoch, 10.06.2020, 15:07 Uhr aktualisiert: 10.06.2020, 15:22 Uhr
Polizeifahrzeuge stehen mit Blaulicht.
Polizeifahrzeuge stehen mit Blaulicht. Foto: Armin Weigel

Bochum (dpa/lnw) - Ein psychisch kranker Mann aus Datteln, der im Wahn seine Nachbarin erwürgt hat, ist am Mittwoch auf unbestimmte Zeit in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen worden. Der 45-Jährige hatte die 33-Jährige Mitte Oktober 2019 im Hausflur abgefangen und minutenlang in den Schwitzkasten genommen. Anschließend legte er im Haus Feuer, um sich selbst das Leben zu nehmen. Nach eigenen Angaben hatte er in seinem Kopf seit Monaten die Stimme seiner Nachbarin gehört, die ihn gequält und zuletzt auch nicht mehr schlafen gelassen habe.

Richter Josef Große Feldhaus sprach von einem dramatischen Geschehen. «Kein Urteil der Welt kann den Schmerz lindern, der mit dieser Tat verbunden ist», sagte der Vorsitzende des Bochumer Schwurgerichts. Eine klassische Bestrafung war laut Urteil nicht möglich. Der 45-Jährige gilt aufgrund einer paranoid-halluzinatorischen Schizophrenie als komplett schuldunfähig. Rein rechtlich werteten die Richter die Tat als Totschlag.

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