Denkmäler
Mahnmal: Grundstückseigentümer bestreitet Verkaufsgespräch

Köln (dpa/lnw) - Die Diskussion um das geplante Mahnmal an der Kölner Keupstraße geht in die nächste Runde: Die Grundstückseigentümer haben handfeste Verkaufsgespräche mit der Stadt Köln bestritten. Zwar habe es «einige Gespräche mit der Stadt über die Entwicklung auf dem Grundstück» gegeben, aber «kein konkretes Verkaufsgespräch», sagte der Sprecher der Eigentümergemeinschaft, Bernd Odenthal. Das Mahnmal soll an den Nagelbombenanschlag des NSU in Köln-Mülheim erinnern.

Mittwoch, 10.06.2020, 16:15 Uhr aktualisiert: 10.06.2020, 16:22 Uhr

Zuvor hatte ein Sprecher der Stadt Köln gesagt, dass die Stadt beabsichtige, «das Grundstück beziehungsweise Teile des Areals zu kaufen». Und man dazu «in intensivem Austausch mit den Eigentümern» stehe. Der Hintergrund: Als die den Entwurf des Mahnmals präsentierte, hatte sie ihre Pläne ohne die privaten Besitzer des Grundstücks gemacht. Die wollten dort lieber bauen. Auf einen anderen Standort konnte man sich nicht einigen.

Zu den aktuellen Äußerungen der Eigentümer sagte eine Stadtsprecherin am Mittwoch: «Wir werden im Sinne des Mahnmals die Gespräche mit dem Eigentümer nicht aufgeben».

Der Mahnmal-Entwurf des Künstlers Ulf Aminde ist 26 Meter lang und sechs Meter breit. Mit dem Smartphone sollte man die Betonplatte abschreiten und ein virtuelles Denkmal sehen.

Der Anschlag der Neonazi-Terrorzelle jährte sich vergangenen Dienstag zum 16. Mal. Am 9. Juni 2004 hatten NSU-Mitglieder vor einem Friseursalon eine Nagelbombe gezündet. 22 Menschen wurden verletzt, vier davon schwer.

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