Agrar
Verhaltene Ernte-Erwartungen nach trockenem Frühjahr

Bereits das dritte Jahr in Folge kämpfen die Landwirte mit der Trockenheit. Regional ist die Situation sehr unterschiedlich. Doch die Landwirtschaftskammer dämpft bereits die Erwartungen.

Donnerstag, 02.07.2020, 06:10 Uhr aktualisiert: 02.07.2020, 06:22 Uhr
Ein Mähdrescher arbeitet sich durch ein Getreidefeld mit Gerste.
Ein Mähdrescher arbeitet sich durch ein Getreidefeld mit Gerste. Foto: Jan Woitas

Köln (dpa/lnw) - Nach einem trockenen Frühjahr sind die Erwartungen bei den Landwirten in Nordrhein-Westfalen verhalten. «Eine Rekordernte wird es mit Sicherheit nicht», sagte der Sprecher der Landwirtschaftskammer NRW, Bernhard Rüb, der Deutschen Presse-Agentur. So habe es im April kaum geregnet, sei aber sehr windig gewesen, was eine hohe Trockenheit zur Folge habe. «Das typische Aprilwetter wird immer seltener, stattdessen gibt es schon sommerliche Temperaturen im April.» Auch im Mai - der Periode mit dem höchsten Wasserbedarf - sei es zu trocken gewesen. Selbst Obstbauern müssten ihre Bäume mittlerweile ständig mit zusätzlichem Wasser versorgen. «Das hat es früher nicht gegeben.»

Regional sei die Situation jedoch sehr unterschiedlich. Während es in der Soester Börde etwas mehr geregnet habe, sei die Lage am Niederrhein katastrophal. Wie die Ernte letztlich ausfalle, könne man erst am Ende der Saison beurteilen.

Zuletzt hat in Nordrhein-Westfalen die Getreideernte begonnen. Dafür sei gutes Wetter erforderlich, es dürfe keinen Sturm oder Hagel geben, erklärte Rüb. Die Spargelernte hingegen ist Ende Juni zuende gegangen. Obwohl der Spargel gut gedieh, war hierbei die Corona-Krise sehr belastend für die Bauern: Durch die zeitweise Schließung der Gastronomie brach ein Teil der Nachfrage weg, außerdem durften weniger Erntehelfer einreisen als üblich.

Nachrichten-Ticker