Kriminalität
Anklage gegen Ex-Geschäftsführerin von Behindertenwerkstatt

Duisburg (dpa/lnw) - Gegen die frühere Geschäftsführerin einer Duisburger Behindertenwerkstatt und gegen den Ex-Aufsichtschef ist Anklage wegen besonders schwerer Untreue erhoben worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, der Frau in zwei Fällen 2013 und 2016 unter Umgehung des Aufsichtsrats eine überhöhte Vergütung zugeschustert zu haben. Der gemeinnützigen Werkstatt für Menschen mit Behinderung sei dadurch ein Schaden von fast 560 000 Euro entstanden, teilte die Behörde am Donnerstag mit.

Donnerstag, 02.07.2020, 12:57 Uhr aktualisiert: 02.07.2020, 13:02 Uhr
Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand.
Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener

Die Angeklagten vereinbarten laut Staatsanwaltschaft im Sommer 2013 zunächst eine Erhöhung des Jahresgehalts von 120 000 auf 150 000 Euro. Die private Altersvorsorge der Geschäftsführerin wurde vertraglich angehoben auf 80 000 Euro jährlich - von zuvor 30 000 Euro. Im Juni 2016 sollen die Angeklagten für die Frau dann ein Jahresgehalt von 200 000 Euro brutto vereinbart haben. Die private Altersversorgung der Angeklagten erhöhte sich auf 100 000 Euro pro Jahr. Über den gesamten Zeitraum hinweg sei es zudem bei einem vereinbarten zusätzlichen Plus von 15 Prozent des Jahresgehalts «bei Erfüllung der Zielvereinbarung» geblieben.

Den Angeklagten sei bewusst gewesen, dass die Vergütung unangemessen hoch war. Daher hätten sie den Aufsichtsrat der Gesellschaft beim Abschluss der entsprechenden Geschäftsführerverträge «bewusst umgangen». Der männliche Angeklagte - der Ex-Aufsichtschef - hatte seine Position im Mai 2012 übernommen, gut ein Jahr später beschloss der Aufsichtsrat die Verlängerung des Vertragsverhältnisses mit der Geschäftsführerin um weitere fünf Jahre.

«Die den Angeklagten zur Last gelegten Taten sind mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bedroht», hieß es in der Mitteilung. Das Duisburger Amtsgericht prüfe derzeit die erhobenen Vorwürfe und entscheide dann, ob es zu einer Hauptverhandlung komme.

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