Bildung
Zwei Drittel der Studiengänge in NRW ist der Schnitt egal

Für alle, die sich durch das Abitur in Corona-Zeiten gequält haben, dürfte es eine gute Nachricht sein: Bei der Mehrheit der NRW-Studiengänge ist der Abi-Schnitt egal. Wie viele Fächer mit Numerus Clausus belegt sind, schwankt von Standort zu Standort stark.

Mittwoch, 08.07.2020, 10:23 Uhr aktualisiert: 08.07.2020, 10:42 Uhr
Studenten sitzen bei der Erstsemesterbegrüßung.
Studenten sitzen bei der Erstsemesterbegrüßung. Foto: Thomas Frey

Gütersloh (dpa/lnw) - Einer von drei Studiengängen des kommenden Wintersemesters in Nordrhein-Westfalen ist mit einem Numerus Clausus (NC) zulassungsbeschränkt. Damit liegt Nordrhein-Westfalen mit dem Angebot an Fächern, die nur mit einem bestimmten Notendurchschnitt studiert werden können, im Ländervergleich im Mittelfeld, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Auswertung des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) in Gütersloh hervorgeht. Schon im Vorjahr lag die Quote der zulassungsbeschränkten Studienfächer im Land mit etwas mehr als 33 Prozent auf ähnlich niedrigem Niveau. Bundesweit liegt die sogenannte NC-Quote etwa bei 40 Prozent - mit großen Schwankungen zwischen Bundesländern und Hochschulstädten.

So müssen Studienanwärter in Berlin, dem Saarland oder Hamburg in zwei Drittel aller Fächer einen festgelegten Abiturschnitt vorweisen. In Thüringen oder Mecklenburg gilt das nur für ein knappes Fünftel aller Studiengänge.

Wer an einer nordrhein-westfälischen Hochschule studieren will, wird dabei vor allem in Köln auf Angebote stoßen, die mit einem NC belegt sind: Die Quote zulassungsbeschränkter Angebote liegt hier bei 59 Prozent. Betrachtet man nur die Universitäten, sogar bei 80 Prozent. Deutlich seltener ist dagegen ein guter Abi-Schnitt in Paderborn gefragt: Hier sind nur 10 Prozent der Studiengänge NC-Fächer, gefolgt von Wuppertal mit 13 Prozent. Betrachtet wurden nur die Hochschulstädte ab 17 000 Studierenden.

Ähnlich wie aus bundesweiter Perspektive sind in NRW am häufigsten Studiengänge in den Wirtschafts-, Gesellschafts- und Sozialwissenschaften zulassungsbeschränkt (43,4 Prozent). In den Ingenieurwissenschaften trifft dies nur auf weniger als ein Viertel zu. «Es lohnt sich für Studieninteressierte immer den Blick über den Tellerrand beziehungsweise die Grenze des Bundeslandes zu weiten», so Studienautor Cort-Denis Hachmeister. Oft gebe es gleichwertige Alternativen ohne Numerus Clausus sogar an benachbarten Hochschulen.

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