Terrorismus
Eine Wunde, die nicht heilt: Gedenken an Wehrhahn-Anschlag

Düsseldorf (dpa/lnw) - Auf den Tag genau 20 Jahre nach dem sogenannten Wehrhahn-Anschlag in Düsseldorf haben Vertreter der Stadt und der Jüdischen Gemeinde der Opfer gedacht und Kränze abgelegt. Am Ort der Bluttat sagte Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) am Montag, dieser feige und heimtückische Anschlag habe «Wunden hinterlassen, die auch die Zeit nicht heilen kann». Bei einer Bombenexplosion war am Nachmittag des 27. Juli 2000 an einer S-Bahn-Station eine Bombe explodiert, die zehn Menschen teils lebensgefährlich verletzt hatte.

Montag, 27.07.2020, 17:25 Uhr aktualisiert: 27.07.2020, 17:32 Uhr
Der Hinweis «Wehrhahn S» steht vor dem S-Bahnhof in Düsseldorf.
Der Hinweis «Wehrhahn S» steht vor dem S-Bahnhof in Düsseldorf. Foto: Martin Gerten

Unter den Verletzten waren jüdische Einwanderer aus Osteuropa, die eine Sprachschule besuchten. Eine Mutter verlor ihr ungeborenes Kind. Seit zwei Monaten erinnert eine Gedenktafel an die Tat und an die Opfer rassistischer Gewalt. Wer den Anschlag beging, steht bis heute nicht endgültig fest. Ein rechtsradikaler ehemaliger Militaria-Händler wurde vom Landgericht freigesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Die örtliche Jüdische Gemeinde ist überzeugt, dass es ein antisemitischer Anschlag war. Es sei das erste Mal, dass der Opfer öffentlich gedacht worden sei, sagte Gemeindedirektor Michael Rubinstein. Eine Betroffene beklagte am Montag, dass die Opfer im Stich gelassen worden seien.

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