Airport in Finanznot
Flughafen Paderborn/Lippstadt im Sanierungsmodus

Paderborn -

Ist der Flughafen Paderborn/Lippstadt noch zu retten? Um die geplante Sanierung durchführen zu können, werden die Gesellschafter sehr tief in die Tasche greifen müssen. Aber auch eine sofortige Schließung hätte ihren Preis.

Montag, 03.08.2020, 10:15 Uhr aktualisiert: 03.08.2020, 10:27 Uhr
Der Flughafen Paderborn/Lippstadt ist finanziell ins Trudeln geraten. Jetzt ist ein Insolvenzverfahren im Gespräch.
Der Flughafen Paderborn/Lippstadt ist finanziell ins Trudeln geraten. Jetzt ist ein Insolvenzverfahren im Gespräch. Foto: dpa

Um die geplante Sanierung des Flughafens Paderborn/Lippstadt durchführen zu können, werden die Gesellschafter sehr tief in die Tasche greifen müssen. Das geht aus Berechnungen hervor, die dem Westfalen-Blatt vorliegen. Demnach wird mit Kosten von 25 bis 32 Millionen Euro gerechnet, um danach den Flughafen in verkleinerter Form weiter betreiben zu können.

Die vorliegenden Sanierungspläne gehen davon aus, dass ein erheblicher Teil der etwa 200 Mitarbeiter den Job verlieren wird. Langjährige Beobachter des Airports befürchten, dass nur ein Drittel der Belegschaft bleiben kann. „Wir müssen uns alle bemühen, möglichst vielen im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben Ersatzarbeitsplätze anzubieten“, werden die Gesellschafter in die Pflicht genommen. Was das konkret heißen soll, bleibt unklar.

Die Sanierung könnte in zwei Varianten ablaufen, die den Gesellschaftern zur Auswahl stehen: eine Sanierung im Rahmen einer Insolvenz in Eigenverwaltung oder eine Sanierung außerhalb einer Insolvenz, die aber rund sieben Millionen Euro mehr verschlänge.

21 Millionen Euro bei sofortiger Schließung

Selbst wenn man den Flughafen sofort schließen würde, kämen erhebliche Kosten auf die Anteilseigner zu. 21,3 Millionen Euro werden für diesen Fall genannt. Die Auflösung wäre somit nicht viel günstiger als eine Sanierung durch Insolvenz. Die harte Konsequenz wäre allerdings, dass restlos alle Mitarbeiter arbeitslos würden. Und noch eine Frage bliebe: Wie könnte eine künftige Nutzung des Flughafen-Areals aussehen und ließe sich das Grundstück überhaupt verkaufen?

Laut Überlegungen des Kreises Paderborn würde bei einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung nach der Zustimmung der Gesellschafter voraussichtlich noch im August der Antrag gestellt, bevor im September/Oktober die Zahlungsunfähigkeit des Airports droht.

Auch Münster/Osnabrück von Krise gebeutelt

Die Krise des Flughafens Paderborn wird im Münsterland deshalb interessiert verfolgt, weil auch der Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) in Greven durch die Corona-Krise in Schwierigkeiten ist. In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass der FMO in den kommenden fünf Jahre zusätzliche 30 Millionen Euro benötige.

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