Energie
Bei Steag Kohleausstieg ohne betriebsbedingten Kündigungen

Essen (dpa/lnw) - Beim Essener Kraftwerksbetreiber Steag soll es im Zuge des Kohleausstiegs keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Das sehe ein neuer Tarifvertrag mit dem Unternehmen vor, teilte die IG Bergbau, Chemie und Energie am Montag mit. Von der Einigung profitieren einem Steag-Sprecher zufolge rund 1000 Mitarbeiter. Zudem ist der Gewerkschaft zufolge die Aufstockung des staatlichen Anpassungsgeldes auf 80 Prozent des letzten Nettoentgelts vereinbart worden. Das Anpassungsgeld soll Beschäftigten ab 58 Jahren einen früheren Übergang in den Ruhestand erleichtern und wird längstens fünf Jahre gezahlt. Der mehreren Kommunen aus dem Ruhrgebiet gehörende Stromerzeuger Steag ist einer der größten Betreiber von Steinkohlekraftwerken in Deutschland.

Montag, 03.08.2020, 15:43 Uhr aktualisiert: 03.08.2020, 15:52 Uhr

Deutschland will schrittweise bis spätestens 2038 aus der Kohleverstromung aussteigen. Die Betreiber von Steinkohlekraftwerken können sich in einem Ausschreibungsverfahren darauf bewerben, Blöcke gegen Entschädigungen stillzulegen. Laut Gewerkschaft können sich Kraftwerksbetreiber ohne einen Tarifvertrag oder eine Betriebsvereinbarung über die Regelung des Personalabbaus nicht zu den Auktionen anmelden. Steag will einzelne Regelungen des Ausstiegsgesetzes mit einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht zu Fall bringen.

Der Tarifvertrag ist bis zum Ende der Kohleverstromung gültig, und endet spätestens im Jahr 2043.

Nachrichten-Ticker