Schulen
Unterricht mit Maske: «Herausforderung» und «Zumutung»

Berlin (dpa) - Die geplante Maskenpflicht im Unterricht in Nordrhein-Westfalen bringt nach Ansicht des Verbandes Bildung und Erziehung einige Schwierigkeiten mit sich. Aus pädagogischer Sicht sei das eine Herausforderung, sagte der Verbandsvorsitzende Udo Beckmann am Montag. «Es ist fraglich, ob den Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern zuzumuten ist, die Masken während des ganzen Unterrichtstages zu tragen.» Das Sprechen damit sei aber auch eine Frage der Gewöhnung und es sei in jedem Fall besser, zusammen in der Schule zu lernen als dies nicht tun zu können, sagte Beckmann. «Trotzdem bleibt die Herausforderung, dass das Zwischenmenschliche auch von der Mimik lebt - und diese mit einer Maske kaum zu erkennen ist.»

Montag, 03.08.2020, 16:52 Uhr aktualisiert: 03.08.2020, 17:02 Uhr

Kritik kam von der Bundesschülerkonferenz. Die angekündigte Maskenpflicht während des Unterrichts sei angesichts der aktuellen Temperaturen eine Zumutung für die Schülerinnen und Schüler, teilten die Schülervertreter am Montag mit. Ein erhebliches Risiko seien zudem vielerorts fehlende oder mangelhafte Klimasysteme. «Außerdem ist in vielen Räumen das Lüften gar nicht möglich, weil sich die Fenster nicht öffnen lassen.»

Nordrhein-Westfalen hatte zuvor angekündigt, mit Beginn des neuen Schuljahrs in der kommenden Woche im bevölkerungsreichsten Bundesland an allen weiterführenden und berufsbildendenden Schulen eine Maskenpflicht auch im Unterricht einzuführen. Andere Bundesländer planen zwar auch eine Maskenpflicht in der Schule, aber nicht im Unterricht. NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) begründete den Schritt mit steigenden Infektionszahlen.

«Die Nervosität steigt. Die von NRW eingeführte Maskenpflicht im Unterricht ist das klare Eingeständnis, dass bei der aktuellen Infektionslage nicht einfach auf Abstandsregelungen verzichtet werden kann, ohne den Gesundheitsschutz zu gefährden», sagte Beckmann.

Nachrichten-Ticker