Prozesse
Prozess wegen Steinwürfen: Angeklagter gesteht

Ein Autofahrer soll Steine auf entgegenkommende Fahrzeuge geworfen haben. Am ersten Verhandlungstag vor Gericht in Aachen gibt er die Taten zu - und nennt ein ungewöhnliches Motiv.

Mittwoch, 02.09.2020, 16:46 Uhr aktualisiert: 02.09.2020, 16:52 Uhr
Das Justizzentrum Aachen mit dem Amts- und Landgericht.
Das Justizzentrum Aachen mit dem Amts- und Landgericht. Foto: Marius Becker

Aachen (dpa/lnw) - Ein 54-Jähriger hat vor dem Aachener Landgericht zugegeben, dass er aus seinem Auto heraus Steine auf Fahrzeuge etwa von RWE Power geworfen habe - als Protest gegen den Braunkohletagebau. Der 54-Jährige ist wegen versuchten Mordes angeklagt. Beim Prozessauftakt am Mittwoch sagte der Angeklagte, er habe nicht damit gerechnet, dass jemand zu Schaden kommen könnte. Laut Anklage hat er in elf Fällen Steine gezielt auf Fahrzeuge geworfen und diese teils erheblich beschädigt.

Ziel sollen außer Fahrzeugen von RWE Power, das drei Tagebaue im Rheinland betreibt, auch Autos von dort tätigen Unternehmen gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten außerdem vorsätzlichen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr vor.

Laut Anklage warf der Mann zwischen Frühjahr 2018 und April 2020 handtellergroße Steine aus Fenster oder Schiebedach seines fahrenden Wagens. Diese trafen entgegenkommende Fahrzeuge, bei denen teilweise die Windschutzscheibe splitterte oder der Außenspiegel abfiel. Die Namen der Firmen sollen von außen erkennbar gewesen sein.

Bei der letzten vorgeworfenen Tat soll die Dashcam des entgegenkommenden Autos den Angriff und das Täterfahrzeug gefilmt haben. Das Gericht will an insgesamt fünf Verhandlungstagen unter anderem Zeugen hören. Verhandlungstermine sind bis zum 9. Oktober angesetzt.

Nachrichten-Ticker