Kirche
Bischof von Münster kritisiert Vatikan: «Ich ändere nichts»

Münster (dpa/lnw) - Der Münsteraner Bischof Felix Genn hat sich kritisch über eine kürzlich vom Vatikan erlassene Instruktion zur Organisation der Gemeinden geäußert. «Da ist kommunikativ vieles nicht gut gelaufen», sagte Genn in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der Münsteraner Kirchenzeitung «Kirche + Leben».

Mittwoch, 02.09.2020, 15:43 Uhr aktualisiert: 02.09.2020, 15:52 Uhr
Felix Genn, Bischof von Münster.
Felix Genn, Bischof von Münster. Foto: Rolf Vennenbernd

Vor der Veröffentlichung wäre eine Beratung mit den betroffenen Bistümern und Bischofskonferenzen angebracht gewesen. Im Miteinander zwischen der römischen Kurie und den Bischöfen, aber auch in der Kirche in Deutschland und im Bistum Münster sei noch viel Luft nach oben. «Ich bin überzeugt, dass man auch im Vatikan lernen wird», sagte Genn. «Ich wünsche mir als Bischof das Vertrauen von Rom: Ihr Bischöfe macht das schon richtig. Und ich wünsche mir, dass unsere Erfahrungen erfragt und einbezogen werden.» Im Übrigen werde die Instruktion im Bistum Münster folgenlos bleiben: «Ich ändere nichts.»

Die Instruktion aus dem Vatikan hat unter den deutschen Katholiken schwere Verärgerung ausgelöst. Das Schreiben der Kleruskongregation des Vatikans verbietet die Leitung von Pfarrgemeinden durch ein gleichberechtigtes Team von Priestern und Nicht-Klerikern. Außerdem wird die Zusammenlegung von Gemeinden, abgesehen von begründeten Ausnahmefällen, untersagt. Beides ist aber in Deutschland weit verbreitete Realität, weil es vielfach schlicht keine Priester mehr gibt.

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