Regierung
Laschet zu Gast: Sachsen feiert in Stadion mit 2000 Gästen

Während in NRW weiter über Großveranstaltungen und Zuschauer bei Fußballspielen gestritten wird, will Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) in Sachsen in einem Stadion sprechen. Vor 2000 Menschen. Für Laschet eine wichtige Geste - für die Opposition ein Unding.

Mittwoch, 02.09.2020, 17:33 Uhr aktualisiert: 02.09.2020, 17:42 Uhr
Erzgebirgsstadion in Aue.
Erzgebirgsstadion in Aue. Foto: Robert Michael

Dresden/Düsseldorf (dpa/lnw) - Der Freistaat Sachsen feiert am Samstag seine Wiedergründung und die deutsche Wiedervereinigung vor 30 Jahren mit einer Festveranstaltung im Erzgebirgsstadion in Aue. Neben 2000 Gästen wird zu dem Festakt auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) erwartet. In das Stadion passen eigentlich 16 000 Menschen, erlaubt sind am Samstag aber nur 2000 - unter Einhaltung der Corona-Regeln. Die Opposition in NRW übt dennoch harsche Kritik an Laschets Auftritt.

«Das kann nicht wahr sein. Wie glaubwürdig ist ein Ministerpräsident, der in seinem Bundesland Wasser predigt und Großveranstaltungen untersagt, aber selbst auf einer Party mit 2000 Gästen in Sachsen Geburtstagswein trinkt?», sagte SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty am Mittwoch in Düsseldorf. Der «innerparteiliche Wahlkampf» habe offenbar Laschets Realitätssinn getrübt.

Bei dem Festakt in Aue soll unter anderem die Sächsische Staatskapelle erstmals in einem Fußballstadion spielen, teilte die sächsische Staatskanzlei am Mittwoch mit. Man wisse zwar, dass es «ein wenig» Kritik gebe, weil Sachsen in Corona-Zeiten eine Großveranstaltung durchführe, so der sächsische Regierungssprecher vor dem Event. «Wir wollen als Staatsregierung aber ein Zeichen setzen, dass Groß- und Sportveranstaltungen nach unserer Corona-Schutzverordnung wieder möglich sind.»

Seit dem 1. September erlaubt Sachsen unter Auflagen wieder Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern - und geht damit bundesweit voran. Der Freistaat wolle mit der Feier im Erzgebirgsstadion auch dazu ermutigen, Veranstaltungen mit entsprechendem Konzept wieder durchzuführen, hieß es.

Armin Laschet, der Gast aus NRW, hatte sich bisher eher zurückhaltend gezeigt, was etwa eine Rückkehr von Fußball-Fans ins Stadion angeht. In NRW gelten seit dem 1. September sogar strengere Regeln: Die Landesregierung muss bei Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen nach der jeweiligen Kommune ebenfalls grünes Licht geben.

Wie ein Sprecher der nordrhein-westfälischen Staatskanzlei auf dpa-Anfrage sagte, wird Laschet in dem Stadion ein Grußwort halten. Er würdige damit die Beziehungen seines Bundeslandes zu Sachen. Der NRW-Ministerpräsident respektiere «die in anderen Ländern - hier Sachsen - geltenden Corona-Schutzvorschriften und hält diese selbstverständlich ein.»

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