Urteile
Frau in Garage erstochen: Fast zehn Jahre Haft für Täter

Ein Mann schlägt seiner Ex-Frau einen Spaten ins Gesicht und ersticht sie dann in der Garage. Im Prozess schafft er es, den Mordvorwurf zu entkräften.

Donnerstag, 03.09.2020, 18:16 Uhr aktualisiert: 03.09.2020, 18:22 Uhr
Die Justitia ist an einer Türscheibe angebracht.
Die Justitia ist an einer Türscheibe angebracht. Foto: Rolf Vennenbernd

Dortmund (dpa/lnw) - Das Dortmunder Landgericht hat einen 57-jährigen Familienvater aus Selm wegen Totschlags zu neun Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Der Angeklagte hatte gestanden, seiner Ex-Frau nach der Trennung vor dem Haus aufgelauert und ihr zunächst mit einem Spaten ins Gesicht geschlagen zu haben. Im Anschluss hatte er die bereits bewusstlose Frau in die Garage gezogen und sie dort mit fünf Messerstichen getötet. Nach der Bluttat hatte der Mann sich das Messer auch noch selbst mehrmals in den Oberkörper gestoßen.

Die Staatsanwaltschaft hatte den Deutschen wegen heimtückischen Mordes angeklagt. Nach der Vernehmung der Rechtsmedizinerin waren jedoch Zweifel an der Darstellung aufgekommen, der Mann könnte die Frau mit dem Spaten aus dem Hinterhalt aus voller Fahrt vom Fahrrad geschlagen haben. Dazu fehlten die typischerweise zu erwartenden Sturzverletzungen, sagte die Ärztin im Prozess. Der Angeklagte hatte erklärt, vor dem Schlag mit dem Spaten sei es noch zu einem Wortwechsel gekommen, in dessen Verlauf seine Frau gesagt habe: «Das traust du dich doch sowieso nicht.»

Weil die Richter diese Darstellung nicht widerlegen konnten, lautete das Urteil nicht auf Mord, sondern auf Totschlag.

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