Demonstrationen
Polizei räumt besetztes Haus in Essen

Essen (dpa/lnw) - Mehrere Menschen haben am Montag in Essen vorübergehend ein leerstehendes Haus besetzt. Einsatzkräfte brachten am Abend 14 Vermummte, die die Polizei dem linken Spektrum zuordnete, aus dem Gebäude. Zwei aus der Gruppe waren noch auf dem Dach des Gebäudes im Stadtzentrum, wie eine Polizeisprecherin sagte. Es sei zu gefährlich, sie von dort herunterzuholen. Alle anderen, die nicht vor Ort eindeutig identifiziert werden konnten, kamen in Polizeigewahrsam. Die Aktivisten hätten sich Zutritt zu dem städtischen Gebäude verschafft, am Vormittag eine Mahnwache vor dem Gebäude angemeldet, Flaggen mit antifaschistischen Inhalten gezeigt und zur Besetzung aufgerufen. Im Internet bekannte sich Gruppe «Zentrum Antirassistischer Politik» zu der Aktion. Die Aktivisten forderten «ein selbstverwaltetes Zentrum für antirassistische Politik».

Montag, 07.09.2020, 21:27 Uhr aktualisiert: 07.09.2020, 21:42 Uhr
Polizeifahrzeuge mit Blaulicht.
Polizeifahrzeuge mit Blaulicht. Foto: Armin Weigel

Die Stadt Essen stellte einen Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs. Zahlreiche Einsatzkräfte, darunter auch Beamte der Einsatzhundertschaft, waren im Einsatz. Aufforderungen, das Haus zu verlassen, seien die Besetzer nicht nachgekommen.

Vergangene Woche hatte eine Hausbesetzung in Leipzig für Aufmerksamkeit gesorgt. Einsatzkräfte räumten das Gebäude, anschließend gab es mehrere Tage in Folge Demonstrationen in der Stadt, die teils in Ausschreitungen und Angriffen auf Polizeibeamte mündeten.

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