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Schaeffler-Werk in Wuppertal droht die Schließung

Wuppertal/Herzogenaurach (dpa) - Schlechte Nachrichten für die Beschäftigten im Werk Wuppertal des Automobil- und Industriezulieferers Schaeffler. Im Rahmen eines neuen Sparprogramms mit dem Abbau von 4400 Stellen droht dem Werk die Schließung. «Im Hinblick auf den Standort Wuppertal ist nach mehrjähriger Prüfung sämtlicher Optionen eine Standortschließung nicht mehr auszuschließen», teilte Schaeffler am Mittwoch in Herzogenaurach mit. Das Unternehmen will den Stellenabbau bis Ende 2022 abwickeln.

Mittwoch, 09.09.2020, 17:24 Uhr aktualisiert: 09.09.2020, 17:31 Uhr

In dem Werk gibt es nach Angaben der IG Metall noch knapp 1000 Beschäftigte. Mit einem laufenden Umbauprogramm sollte die Zahl der Arbeitsplätze aber auf etwa 750 reduziert werden, sagte die Geschäftsführerin der IG Metall Wuppertal, Clarissa Bader. Schaeffler sei einer der größten Arbeitgeber in der Region Wuppertal. In dem Werk würden unter anderem Lager für die Industrietechnik hergestellt.

Die Gewerkschaft reagierte empört auf die Ankündigung der möglichen Werksschließung. «Eine Standortschließung ist inakzeptabel», sagte der NRW-Bezirksleiter der Gewerkschaft, Knut Giesler. «Jahrelang mussten wir uns vom Schaeffler-Management anhören, der Standort Wuppertal müsse gesundschrumpfen, um zukunftsfähig zu sein.» Heute zeige sich, dass es eine große Fehlentscheidung des Managements war, Produkte und Kapazitäten abzuziehen.

Bader sagte, die Beschäftigten bei Schaeffler in Wuppertal seien wütend und enttäuscht. «Nachdem sie jahrelang mit immer weiteren Kürzungen und Personalabbau mürbe gemacht wurden, wird ihnen jetzt eine mögliche Stilllegung des Standorts verkündet.» Die Beschäftigten würden sich gegen die drohende Schließung wehren. «Wir werden das Werk nicht kampflos aufgeben», sagte Bader.

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