Flüchtlinge
Moria: Hamms OB dringt auf rasche Flüchtlingsaufnahme

Hamm (dpa/lnw) - Nach dem Brand im griechischen Flüchtlingscamp Moria macht auch der Oberbürgermeister von Hamm Druck, betroffene Menschen rasch in Deutschland aufzunehmen. «Das Problem ist, dass wir jetzt ewig und drei Tage auf eine gemeinsame europäische Lösung setzen, die nicht kommen wird. Also hier muss jetzt gehandelt werden», sagte der CDU-Politiker Thomas Hunsteger-Petermann am Donnerstag in einem WDR2-Interview. Wenn man sehe, dass Tausende auf Straßen kampieren und möglicherweise auch Kinder und Ältere in dieser Situation sterben, müsse hier gehandelt werden. «Ich bin bereit, für unsere Stadt zu helfen, das sind viele Städte, man muss uns nur lassen.»

Donnerstag, 10.09.2020, 08:44 Uhr aktualisiert: 10.09.2020, 08:52 Uhr
Thomas Hunsteger-Petermann (CDU) spricht bei einer Veranstaltung.
Thomas Hunsteger-Petermann (CDU) spricht bei einer Veranstaltung. Foto: Friso Gentsch

Moria auf der Insel Lesbos gilt mit etwa 12 600 Bewohnern als das größte Flüchtlingslager Europas. Noch gibt es keine offiziellen Angaben zur genauen Zahl der Menschen, die durch den Großbrand obdachlos geworden sind. An den dortigen Zuständen gibt es bereits seit Jahren massive Kritik.

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte am Vortag erklärt, in Nordrhein-Westfalen bis zu 1000 Flüchtlinge aus dem fast vollständig abgebrannten Flüchtlingscamp aufnehmen zu wollen. Hunsteger-Petermann nannte für die Stadt Hamm eine Zahl von 100 bis 200 Menschen. Den NRW-Vorstoß bundesweit hochgerechnet, könnte Deutschland sicherlich 4000 bis 5000 Menschen schnell aufnehmen, meint der OB von Hamm. Vorrangig sollten es Mütter mit Kindern sein.

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