Migration
Laschet: Bei Flüchtlingshilfe nicht auf EU-Länder warten

Düsseldorf (dpa) - Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) appelliert an die Europäische Union, Flüchtlingshilfe für Griechenland nicht von Einstimmigkeit abhängig zu machen. «Alle Willigen sollten jetzt tätig werden», sagte Laschet am Donnerstag in Düsseldorf. Es wäre «eine Illusion», auf die Bereitschaft aller 27 Mitgliedsstaaten zu warten.

Donnerstag, 10.09.2020, 11:46 Uhr aktualisiert: 10.09.2020, 11:52 Uhr
Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen.
Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. Foto: Oliver Berg

Nach dem Brand im griechischen Lager Moria sei sowohl schnelle humanitäre Hilfe als auch eine europäische Lösung nötig, bekräftigte der Bewerber um den CDU-Parteivorsitz. Deutschland könne nicht alle 12 000 Menschen aus dem Lager aufnehmen. «Dann wird es zum deutschen Problem», warnte Laschet. In dem Fall könne es dazu kommen, dass innerhalb weniger Wochen erneut 12 000 Flüchtlinge nachzögen - «und dann wäre das Problem eigentlich nicht gelöst».

NRW stehe zu seiner Zusage, bis zu 1000 Flüchtlinge aus Moria aufzunehmen und auch technische Soforthilfe vor Ort zu leisten, falls Griechenland Unterstützung anfordere. «Das ist bislang nicht geschehen.»

Bei dem Feuer in der Nacht zum Mittwoch war das Migrantenlager auf der Insel Lesbos fast vollständig zerstört worden. Dort waren statt der vorgesehenen 3000 Menschen mehr als 12 000 untergebracht.

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