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Bauskandal um Bonner Kongresszentrum: Prozess begonnen

Köln/Bonn (dpa/lnw) - Im Zusammenhang mit dem Bauskandal um das Bonner Kongresszentrum fordert die Stadt Bonn eine Million Euro Schadenersatz von ihrer früheren Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann (SPD). Am Donnerstag trafen sich die Beteiligten vor dem Kölner Verwaltungsgericht. In dem Zivilprozess ging es zunächst mehrere Stunden lang um die mögliche Verantwortung des früheren Bonner Stadtdirektors, den die Stadt ebenfalls auf Schadenersatz verklagt hat.

Donnerstag, 10.09.2020, 13:05 Uhr aktualisiert: 10.09.2020, 13:12 Uhr
Der Eingangsbereich zum Verwaltungsgericht in Köln.
Der Eingangsbereich zum Verwaltungsgericht in Köln. Foto: Oliver Berg

Die Stadt wirft beiden Beklagten die Verletzung ihrer beamtenrechtlichen Dienstpflichten vor. Eine der zentralen Fragen ist, ob vor der Auftragsvergabe für das Kongresszentrum WCCB im Jahr 2005 die Stadtverwaltung selbst die Bonität des Investors hätte prüfen müssen.

Denn nach Abschluss der Verträge stellte sich heraus, dass dieser in Wirklichkeit nicht einmal annähernd das nötige Eigenkapital von 40 Millionen Euro besaß. Als Folge seiner Insolvenz explodierten die Baukosten, das als Leuchtturmprojekt gedachte WCCB wurde für die Stadt zum Finanzdebakel.

Da die Säle des Verwaltungsgerichts im Sinne der Corona-Schutzmaßnahmen zu klein waren, fand die Gerichtsverhandlung im Kölner Gürzenich statt. Wann das Gericht eine Entscheidung verkündet, war zunächst unklar.

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