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In Hamm müssen viele Schüler im Unterricht Masken tragen

Hamm hat die Corona-Bremse gezogen. Angesichts stark steigender Infektionswerte dürfen viele Schüler nun auch im Unterricht den Mund-Nasen-Schutz nicht mehr ablegen.

Mittwoch, 23.09.2020, 09:10 Uhr aktualisiert: 23.09.2020, 09:22 Uhr
Hamms Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann (CDU) , gestikuliert.
Hamms Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann (CDU) , gestikuliert. Foto: Maja Hitij

Hamm (dpa/lnw) - Viele Schüler und Lehrer im Hamm müssen ab diesem Mittwoch im Unterricht wieder einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Die westfälische Stadt hatte diesen Schritt für weiterführende Schulen am Dienstag beschlossen, wenn baulich ein Mindestabstand von 1,50 Metern nicht gewährleistet sei. Die Stadt sei derzeit die einzige in NRW, die diese Maßnahmen ergreifen müsse, hatte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann (CDU) angekündigt. Am Mittwoch hatte die westfälische Stadt Zahlen des Robert Koch-Instituts zufolge mit 80,4 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen den bundesweit höchsten Wert. Die Stadt selbst hatte am Dienstag bereits einen Wert von 87,1 genannt. Die Differenz kann durch Meldewege entstehen.

In Bussen und Bahnen, auf dem Schulgelände und in den Fluren sollen Schüler Maske tragen, im Klassenraum ist das aber aktuell in NRW nicht vorgeschrieben. Zugleich dürfen sich ab diesem Mittwoch im öffentlichen Raum in Hamm nur noch fünf Personen oder Personen aus zwei Haushalten gemeinsam aufhalten. Die Kontaktbeschränkung in der 182 000-Einwohner-Stadt gilt für zunächst zwei Wochen, ebenso das Tragen von Alltagsmasken im Klassenraum.

Remscheid will mit einem Maßnahmenpaket ebenfalls verstärkt gegen die Pandemie angehen, da man erstmals knapp über der kritischen 50er-Marke liege, hatte die Stadt am Dienstag mitgeteilt. Dort empfiehlt man Bürgern in der Öffentlichkeit im gesamten Stadtgebiet Alltagsmasken zu tragen. In der bergischen Stadt mit rund 114 000 Einwohnern darf Schülern bis zu den Herbstferien der Sportunterricht nicht mehr in der Halle erteilt werden. Man setzt zudem auf mehr Aufklärung, es sollen Plakate geklebt werden, man will Kontrollen verschärfen und Verstöße konsequent mit Bußgeldern ahnden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz des Robert Koch-Instituts lag im Fall von Hamm am Mittwoch bei besagten 80,4 und für Remscheid bei 51,4. Für Gelsenkirchen meldete das RKI einen Wert von 39,1.

Am Montag waren in Gelsenkirchen wie auch in Hamm Beschränkungen für private Veranstaltungen beschlossen worden. In Hamm gilt als Auslöser der zweiten Corona-Welle vor allem eine Großhochzeit und damit verbundene Feste, die laut OB in Hamm, Dortmund und Werl stattgefunden hatten. Nach neuesten Erkenntnissen seien dort mindestens 309 Teilnehmer aus Hamm gewesen, die allesamt in Quarantäne müssten und nun getestet würden, hatte der CDU-Politiker gesagt. In Remscheid gelten vor allem «reiserückkehrende Familienverbünde» als Verursacher.

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte am Dienstag klargestellt, NRW strebe keine landesweite Verschärfung der Auflagen an. «Wir wollen keinen flächendeckenden Lockdown in NRW», sagte er zu Beginn einer auswärtigen Kabinettssitzung auf dem Wasserschloss Anholt in Isselburg. Bisher seien die Infektionsketten rückverfolgbar. Man werde daher weiter lokal reagieren, so wie in Hamm. Für Verstöße kündigte der Regierungschef ein «Null-Toleranz-Prinzip» an. Wird in einer Stadt oder in einem Kreis die 50er-Grenze überschritten, sieht die Corona-Schutzverordnung in NRW «zwingend zusätzliche Schutzmaßnahmen» vor.

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