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Festnahmen nach Millionen-Betrug mit Atemmasken

Traunstein/Düsseldorf (dpa/lnw) - Nach einem internationalen Millionen-Betrug mit nicht existierenden Masken, von dem auch das Land NRW betroffen war, haben Ermittler in Bayern die Festnahme mehrerer Verdächtiger verkündet. In Nigeria seien im August die beiden mutmaßlichen Hinterleute gefasst worden, teilte die Staatsanwaltschaft in Traunstein am Donnerstag mit. Zwei Männer seien in den Niederlanden im April festgenommen und im Juli zu zwei Jahren Freiheitsstrafe wegen Geldwäsche verurteilt worden. Die Masken sollten im Frühjahr im Zuge der Corona-Krise eigentlich nach Nordrhein-Westfalen gehen. Sie waren vom Land bestellt worden, Mund-Nasen-Schutz war zu Beginn der Pandemie Mangelware.

Donnerstag, 24.09.2020, 18:10 Uhr aktualisiert: 24.09.2020, 18:22 Uhr
Das Blaulicht auf einem Fahrzeug der Polizei leuchtet.
Das Blaulicht auf einem Fahrzeug der Polizei leuchtet. Foto: Monika Skolimowska

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) war im April nach Bekanntwerden des Betrugs davon ausgegangen, dass dem Land kein finanzieller Schaden entstanden ist. NRW hatte zunächst rund 12,3 Millionen Euro zurückbezahlt bekommen und zuvor 14,7 Millionen Euro an ein Schweizer Vertriebsunternehmen gezahlt. Das NRW-Gesundheitsministerium habe durch den Betrug «keinerlei finanziellen Schaden erlitten», teilte eine Sprecherin der Behörde am Donnerstag mit. Das Ministerium sei zudem von keinen weiteren Masken-Betrugsfällen betroffen gewesen.

Im März hatte das Land einen Geschäftsführer aus Traunstein von zwei Vertriebsfirmen mit Sitz in Hamburg und Zürich mit der Besorgung von Masken im Wert von fast 15 Millionen Euro beauftragt. Der Geschäftsmann sei von seinen angeblichen Geschäftspartnern aufgefordert worden, einen Vorschuss von 1,5 Millionen Euro auf ein irisches Konto zu bezahlen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Nachdem er das getan habe, habe er 52 Lastwagen in die Niederlande geschickt, um die Masken abzuholen. Dort sei ihm gesagt worden, dass das Geld in Irland angeblich nicht angekommen wäre und dass er weitere 880 000 Euro auf ein niederländisches Konto zahlen müsste. Auch das tat er. Doch die dringend benötigten Masken wurden nicht geliefert. Der Mann erstattete Anzeige.

Die Spezialabteilung gegen transnationale Kriminalität in Traunstein übernahm die Ermittlungen in Deutschland. Mehr als 2,1 Millionen Euro der Anzahlung konnten gesichert werden.

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