Extremismus
Reul: Einzelne Studien anstatt übergreifende Untersuchung

Düsseldorf (dpa/lnw) - Im Kampf gegen Rechtsextremismus bei Verfassungsschutz und Polizei setzt NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) auf mehrere wissenschaftliche Untersuchungen statt auf eine große übergreifende Studie. «Was wir brauchen, sind wissenschaftliche Untersuchungen zu einzelnen Themen, etwa zu Einstellungen von Polizisten. Mich würde zum Beispiel interessieren, warum einige Polizisten im Laufe ihrer Dienstjahre rechtsextremistische Einstellungen entwickeln - und andere nicht», sagte Reul der «Rheinischen Post» (Montag).

Montag, 05.10.2020, 08:42 Uhr aktualisiert: 05.10.2020, 08:52 Uhr
Herbert Reul (CDU), Innenminister von Nordrhein-Westfalen, spricht bei einer Pressekonferenz.
Herbert Reul (CDU), Innenminister von Nordrhein-Westfalen, spricht bei einer Pressekonferenz. Foto: Federico Gambarini

«Ich habe nichts gegen wissenschaftliche Studien, ich habe selbst Sozialwissenschaft studiert», so Reul: «Aber erstens dauert es viel zu lang, bis eine solche Studie fertig ist. Und zweitens bringt uns eine übergreifende Studie nicht weiter.» Ihn interessierten Untersuchungen zu einzelnen Themen wie der Frage, warum ausgerechnet die Wache Mülheim so stark von rechtsextremen Umtrieben betroffen sei. Aus solchen Untersuchungen könnten konkrete Handlungen abgeleitet werden. Die Aufträge dafür könnten an externe Wissenschaftler vergeben werden.

Eine große unabhängige Studie zur Verbreitung rechtsextremistischer Tendenzen bei den Sicherheitsbehörden ist eine Forderung, die unter anderem von den Grünen im Landtag kommt.

Nachrichten-Ticker