Luftverkehr
Corona-Passagierflaute macht NRW-Airports zu schaffen

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie setzen sich nur noch wenige Menschen ins Flugzeug. Dadurch haben nicht nur die Airlines, sondern auch die Flughäfen wirtschaftlich zu kämpfen. Jüngste Zahlen verdeutlichen: Es sieht duster aus für die Branche - auch in NRW.

Donnerstag, 08.10.2020, 16:21 Uhr aktualisiert: 08.10.2020, 16:32 Uhr
Eine Tafel im Flughafen Köln/Bonn fordert zur Einhaltung der Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln zur Bekämpfung der Corona-Pandemie auf.
Eine Tafel im Flughafen Köln/Bonn fordert zur Einhaltung der Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln zur Bekämpfung der Corona-Pandemie auf. Foto: Henning Kaiser

Düsseldorf (dpa/lnw) - Niedrige Passagierzahlen setzen Nordrhein-Westfalens Flughäfen wirtschaftlich weiter unter Druck. Im August flogen rund 600 000 Passagiere von den sechs größten NRW-Airports ab, wie das Landesstatistikamt in Düsseldorf am Donnerstag mitteilte. Das waren rund 72 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, als es noch 2,1 Millionen waren. Es ging um die Flughäfen Düsseldorf, Köln/Bonn, Dortmund, Münster/Osnabrück, Niederrhein (Weeze) und Paderborn/Lippstadt. Die wichtigsten Reiseziele blieben Spanien, die Türkei und Griechenland.

Die Zahl der Passagiere in Fliegern, die in NRW starteten und Länder außerhalb Europas ansteuerten, brach der Statistik zufolge sogar um 96 Prozent ein. Im Vergleich zum Vormonat Juli sanken NRWs Passagierzahlen im August um gut 8 Prozent. Die sechswöchigen Sommerferien endeten in diesem Jahr Mitte August.

Die Perspektiven bleiben düster. Der Flughafenverband ADV veröffentlichte am Donnerstag Zahlen, denen zufolge die Passagierzahlen an den großen deutschen Flughäfen in den vergangenen vier Wochen um mehr als 80 Prozent eingebrochen sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Wesentlich abweichen von diesem Bundestrend dürften die NRW-Airports nicht.

«Die Aussichten für die Flughäfen haben sich wegen der verschärften Quarantäneregelungen und neuer staatlicher Reisebeschränkungen weiter verschlechtert», erklärte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. «Die Lage ist im Frühherbst deutlich schlechter als noch Anfang Sommer erhofft.» Auch die Buchungszahlen ließen keine Besserung erkennen, so der Verbandsvertreter. «Mit einem Passagiervolumen von weniger als 20 Prozent gegenüber der Vor-Corona-Zeit befindet sich die Luft- und Reisebranche faktisch in einem zweiten Lockdown.»

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