Extremismus
LKA-Chef: Rechten Hass im Internet melden

Düsseldorf (dpa/lnw) - Wer im Internet auf rechtsextremen Hass und Anzeichen für Gewaltbereitschaft stößt, sollte dies der Polizei melden. Dazu hat der neue Chef des Landeskriminalamts NRW, Ingo Wünsch, aufgerufen. «Das muss man uns melden - genau wie im analogen Bereich», sagte Wünsch der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf.

Samstag, 10.10.2020, 09:46 Uhr aktualisiert: 10.10.2020, 09:52 Uhr
Blick auf das Landeskriminalamt (LKA) der Polizei Nordrhein-Westfalen.
Blick auf das Landeskriminalamt (LKA) der Polizei Nordrhein-Westfalen. Foto: Rolf Vennenbernd

«Ich sehe da auch eine Verantwortung der Gesellschaft, uns verdächtige Dinge im Netz zu melden», sagte Wünsch. «Wenn einer maskiert mit einem Brecheisen durch ein Wohngebiet läuft, möchten wir ja auch, dass die Leute uns anrufen.» Bei Hass-Kriminalität im Internet sei «das Hinweispotenzial enorm» und das Aufkommen ausbaubar. «Meldet uns das!», appellierte der Behördenchef.

Es habe sich gezeigt, dass rechtsextreme Gewalttäter häufig frühzeitig im Netz hätten erkannt werden können. «Die Radikalisierung findet im Netz statt. Deswegen haben wir da deutlich aufgerüstet», sagte Wünsch. «Wir haben in der Staatsschutzabteilung hier im Haus über 60 neue Stellen, die wir in die Bekämpfung des Rechtsextremismus investieren. Wir sind deutlich intensiver im Netz unterwegs als früher.»

«Die Entwicklung ist einfach bedrohlich. Deutlich gewaltbereiter und waffenaffin», sagte Wünsch. «Mit Halle, Hanau und der Ermordung des Regierungspräsidenten Walter Lübcke haben wir gesehen, was in diesem Bereich möglich ist.»

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