Finanzen
Zahl der überschuldeten Verbraucher in NRW sinkt

Neuss (dpa/lnw) - Die Zahl der überschuldeten Verbraucher in Nordrhein-Westfalen ist trotz Corona in diesem Jahr leicht gesunken. Dennoch könne im bevölkerungsreichsten Bundesland nach wie vor mehr als jeder zehnte Erwachsene seine Rechnungen nicht mehr bezahlen, berichtete die Wirtschaftsauskunftei Creditreform in ihrem am Dienstag veröffentlichen «Schuldneratlas 2020». Danach sind derzeit rund 1,74 Millionen Verbraucher in NRW überschuldet, 12 000 weniger als noch vor einem Jahr.

Dienstag, 10.11.2020, 11:03 Uhr aktualisiert: 10.11.2020, 11:12 Uhr
Euro-Banknoten liegen auf einem Tisch.
Euro-Banknoten liegen auf einem Tisch. Foto: Jens Kalaene

Mit einer Verschuldungsquote von 11,63 Prozent liegt NRW der Studie zufolge weiterhin deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 9,87 Prozent. Schlechter schnitten unter den Bundesländern nur noch Berlin, Sachsen-Anhalt und Bremen ab. Am niedrigsten ist die Überschuldungsquote in Bayern (7,14 Prozent) und Baden-Württemberg (8,11 Prozent).

Vor allem das Ruhrgebiet bleibe mit seinen zum Teil noch altindustriell geprägten, strukturschwachen Regionen der Brennpunkt sozialer Problemlagen in Deutschland. «Hohe Arbeitslosigkeit, Einkommensarmut und hohe soziale Transferleistungen bilden eine prekäre Gemengelage, die die Regionen um das Ruhrgebiet zum eigentlichen «Sorgenkind» der Überschuldungsentwicklung machen - Tendenz weiter zunehmend», heißt es im Schuldneratlas. Gegen den allgemeinen Trend seien die Überschuldungsquoten in vielen Städten im Ruhrgebiet 2020 sogar noch weiter gestiegen.

Bundesweit nahm die Zahl der überschuldeten Verbraucherinnen und Verbraucher in diesem Jahr trotz Corona weiter ab und verringerte sich um 69 000 auf 6,85 Millionen. Doch rechnet Creditreform wegen der Pandemie für die nächsten Jahren mit einer deutlichen Verschlechterung der Situation.

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