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Prozess um Parteiverrat gegen Rechtsanwalt vertagt

Im Düsseldorfer Landgericht sollte sich ein Rechtsanwalt als Angeklagter verantworten. Doch der Prozess musste vertagt werden - der Jurist wurde in der Nacht als Notfall ins Krankenhaus gebracht.

Mittwoch, 25.11.2020, 14:44 Uhr aktualisiert: 25.11.2020, 14:52 Uhr
Justitia-Statue.
Justitia-Statue. Foto: Arne Dedert

Düsseldorf (dpa/lnw) - Wenige Stunden vor seinem Prozess wegen Parteiverrats und Untreue ist ein angeklagter Rechtsanwalt in Düsseldorf mit Verdacht auf Herzinfarkt in eine Klinik gebracht worden. Als der 39-Jährige am Mittwoch im Gerichtssaal fehlte, attestierte ihm ein Arzt auf telefonische Nachfrage des Gerichts Herzprobleme, die stationär behandelt werden müssten.

Dem Juristen werden Parteiverrat und Untreue vorgeworfen. Er wehrt sich in der Berufung gegen eine achtmonatige Bewährungsstrafe und 1500 Euro Geldbuße. Zu beidem war er in erster Instanz vom Amtsgericht verurteilt worden (Az.: 23 Ns 1/20).

Der angeklagte Rechtsanwalt soll in einem Strafverfahren erst eine angeklagte Frau vertreten, dann das Mandat niedergelegt und als Verteidiger zu ihrem mitangeklagten Bekannten gewechselt sein. Es ist aber Anwälten laut Strafgesetzbuch verboten, in einem Verfahren die Interessen zweier Mandanten im selben Verfahren wahrzunehmen. Außerdem soll der Jurist Gelder eines Mandanten in Höhe von 6000 Euro für sich behalten und damit veruntreut haben.

Die Anregung von Gericht und Staatsanwältin, mit entsprechender Vollmacht auch ohne den Mandaten zu verhandeln, lehnte der Verteidiger des Anwalts ab. Der Prozess wurde auf den 1. Dezember vertagt.

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