Gesundheit
Spahn: Corona-Impfung kann bald starten

Das Tandem für den CDU-Bundesvorsitz - NRW-Ministerpräsident Laschet und Bundesgesundheitsminister Spahn - verbreitet Optimismus zur Bewältigung der Corona-Pandemie. Schauplatz: ein Impfzentrum in Düsseldorf.

Dienstag, 01.12.2020, 17:42 Uhr aktualisiert: 01.12.2020, 17:52 Uhr
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Foto: Federico Gambarini

Düsseldorf (dpa/lnw) - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet damit, dass zum Jahreswechsel mit ersten Corona-Impfungen begonnen werden kann. Erste Priorität hätten Ältere, Personen mit Vorerkrankungen, Beschäftigte in der Pflege und in Krankenhäusern sowie Menschen, die die öffentliche Ordnung aufrechterhalten, sagte Spahn am Dienstag in Düsseldorf.

Der Minister hatte dort an einer Sitzung des nordrhein-westfälischen Kabinetts in einem Corona-Impfzentrum teilgenommen. Der 40-jährige Münsterländer ist auch Team-Partner von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet bei der Bewerbung um den CDU-Bundesvorsitz.

Bundesweit stünden zum Jahresbeginn voraussichtlich zwischen fünf und acht Millionen Impfdosen zur Verfügung - davon etwa eine Million für das bevölkerungsreichste Bundesland NRW, sagte Spahn. Bei den Angeboten könnten die Länder unterschiedliche Wege gehen.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) habe im Kabinett angekündigt, besonders schutzbedürftige Gruppen anzuschreiben. Es werde ein Termin-Management geben, «wo man einchecken kann zur Impfung». Parallel sollten mobile Teams ausschwärmen, um Menschen in Einrichtungen aufzusuchen, die nicht in die Impfzentren kommen könnten. Dabei handle es sich um «ein Angebot», unterstrich Spahn. «Diese Impf-Kampagne ist eine Mammut-Projekt.»

Laschet sprach von einer «medizinischen und logistischen Herausforderung von historischer Dimension». Mehr als 7000 pensionierte Ärzte, Pfleger und andere Freiwillige hätten allein in NRW bereits ihre Bereitschaft erklärt, bei der Impf-Kampagne zu helfen - mit stetig wachsender Tendenz.

Auch Spahn berichtete, für viele sei es ein Antrieb in dieser «Jahrhundert-Situation», an einer Lösung mitzuarbeiten. «Eines ist sehr klar: Den Weg raus aus dieser Pandemie gibt es nur, wenn wir eine hohe Impfbereitschaft haben.»

Die inzwischen zur Zulassung beantragten Impfstoffe böten Aussicht, «die Pandemie endgültig auszubremsen» und mit großer Hoffnung in das neue Jahr zu gehen, sagte Laschet. Es sei aber weiterhin unverzichtbar, sich diszipliniert an die Hygieneregeln und Kontaktbeschränkungen zu halten.

Auch Spahn betonte: «Wir haben eine harten November hinter uns». Der Monat sei von «viel Verzicht» geprägt gewesen. «Ich wünschte mir, ich könnte Ihnen jetzt sagen, dass der Dezember grundlegend besser wird. Das kann ich nicht, denn die Infektionszahlen sind noch immer zu hoch.»

Noch immer gebe es bundesweit rund 400 Tote täglich. «Diese Menschen werden Weihnachten gar nicht mehr erleben», sagte Spahn. Ihre Familien seien an den Feiertagen in Trauer. Zwar werde der Gesundheitsschutz bei der Bekämpfung der Pandemie nicht absolut gesetzt. Er müsse aber ein starkes Gewicht haben. Deswegen seien Einschränkungen im Alltag weiterhin nötig. «Die gute Nachricht aber ist: Diese Zeit ist absehbar endlich.»

Deutschland habe sich monatlich mehr als 60 Millionen Corona-Schnelltests gesichert. Dies sei durch «Garantie-Verträge» mit großen Produzenten und Lieferanten gewährleistet worden. Die Frage, wie viel Immunität eine bereits überstandene Corona-Infektion biete, sei derzeit noch nicht zu beantworten.

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