Unfälle
Verkehrsausschuss zu Betonwand-Debakel und Auftragsvergabe

Brenzlige Fragen im Verkehrsausschuss des Landtags: Musste eine Autofahrerin sterben, weil ein Mangel an einer Betonwand an der A3 nicht rechtzeitig behoben worden ist? Und gab es Interessenkonflikte beim Vergabeverfahren zur Leverkusener Rheinbrücke?

Mittwoch, 09.12.2020, 03:52 Uhr aktualisiert: 09.12.2020, 04:02 Uhr

Düsseldorf/Köln/Leverkusen (dpa/lnw) - Zwei Vorgänge mit vielen offenen Fragen beschäftigen heute (13.30 Uhr) den Verkehrsausschuss des Düsseldorfer Landtags: eine herabgestürzte Betonwand auf der Autobahn A3 und der Neubau der Leverkusener Rheinbrücke.

Nachdem der Landesbetrieb Straßen.NRW eingeräumt hat, dass der Mangel an der Betonwand schon seit 2008 bekannt war, verlangt die SPD Aufklärung von der Landesregierung, warum die falsche Befestigung nicht damals schon ausgetauscht worden war.

Auf dem vielbefahrenen Kölner Ring war vor drei Wochen eine Autofahrerin (66) von einer tonnenschweren Betonplatte erschlagen worden, die sich aus der Schallschutzmauer gelöst hatte. Bei der anschließenden Untersuchung hatte sich herausgestellt, dass die fragliche Platte sowie sechs weitere beim Einbau fehlerhaft befestigt worden waren. Es sei «offenbar aus Platzgründen bewusst mit geschweißten Winkeln improvisiert» worden, hatte der Landesbetrieb berichtet. Alle Platten sind inzwischen entfernt.

Zudem haben SPD und Grüne die Ausschreibung für den Ausbau der Leverkusener Rheinbrücke auf die Tagesordnung gebracht. Die Oppositionsfraktionen wollen wissen, ob die Vergaberegeln eingehalten wurden.

Anlass ist ein Bericht des WDR-Magazins «Westpol», nach dem der Landesbetrieb Straßen.NRW bei der Vergabe mögliche Interessenkonflikte nicht angemessen berücksichtigt haben soll. Demnach soll eine Projektleiterin von Straßen.NRW mit einem führenden Mitarbeiter des Baukonzerns von Hochtief verheiratet sein, der den Zuschlag erhalten habe.

Der zweigeteilte Leverkusener Neubau soll die marode Autobahn-Brücke ersetzen, über die seit 2014 keine Lastwagen mehr fahren dürfen. Die Ausschreibung war im Mai veröffentlicht worden.

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