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Motoren auf «Bilster Berg» dürfen nicht mehr Lärm machen

Minden (dpa/lnw) - Von der Test- und Präsentierstrecke «Bilster Berg» im Teutoburger Wald darf künftig nicht mehr Lärm ausgehen als bislang genehmigt. Das Verwaltungsgericht Minden wies am Mittwoch die Klage der Betreiberin des Rundkurses in Bad Driburg ab. Die Klägerin hatte eine Genehmigung für eine mehrere Dezibel höhere Lärmbelastung erstreiten wollen, scheiterte laut Gerichtsmitteilung jedoch mit ihren Argumenten.

Mittwoch, 09.12.2020, 17:16 Uhr aktualisiert: 09.12.2020, 17:22 Uhr
Ein Richterhammer liegt auf einem Tisch.
Ein Richterhammer liegt auf einem Tisch. Foto: Friso Gentsch

Die Richter sahen in einem in zwei Kilometer Entfernung liegenden Pflegeheim einen Hinderungsgrund, eine Intensivierung des Betriebs und damit höhere Lärmwerte zuzulassen. Der Schutz solcher Pflegeanstalten habe Priorität, begründeten die Richter. Die vom Betrieb der Strecke ausgehenden Motorengeräusche seien für die Gegend, wo sich das Heim befinde, nicht üblich und nicht mit normalen Verkehrsgeräuschen vergleichbar.

Auf der Strecke - um die bereits vor ihrer Eröffnung 2013 immer wieder juristisch gestritten worden war - können Autobauer ihre Produkte testen oder präsentieren. Auch Privatleute können auf dem 4,2 Kilometer langen Rundkurs ihre Fahrzeuge ausfahren. Zum Schutz der Umgebung vor gesundheitsschädlichem Lärm müssen an zwei Messstationen auf dem Gelände Werte von 74 Dezibel eingehalten werden - wodurch am Pflegeheim eine Lärmgrenze von 45 Dezibel nicht überschritten werden soll. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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