Naturschutz
Corona-Jahr beschert Nationalpark Eifel Besucherrekord

Nichts wie hinaus in die Natur: Wegen der Coronavirus-Pandemie gehen viele Menschen öfter nach draußen. Seit dem Frühjahr sind die Wanderparkplätze oft bis auf den letzten Platz belegt. In den Nationalpark Eifel kamen 2020 so viele Menschen wie noch nie.

Freitag, 01.01.2021, 13:24 Uhr aktualisiert: 01.01.2021, 13:32 Uhr
Eine Ausflüglerin schaut am Urftsee im Nationalpark Eifel durch ein Fernrohr.
Eine Ausflüglerin schaut am Urftsee im Nationalpark Eifel durch ein Fernrohr. Foto: Oliver Berg

Schleiden (dpa/lnw) - Das Corona-Jahr hat dem Nationalpark Eifel einen Besucherrekord beschert. Das Naturschutzgebiet habe 2020 mehr als 1,3 Millionen Besucher gehabt, sagte Nationalpark-Sprecher Michael Lammertz der Deutschen Presse-Agentur. Das sei ein Rekord und entspreche einer Steigerung von rund 50 Prozent gegenüber den Vorjahren. An den großen Zugängen des Nationalparks werden Besucher automatisch gezählt.

Die Zahl der geahndeten Verstöße habe sich aber versechsfacht, sagte Lammertz. Dazu gehörten wildes Campen, das Entzünden von Lagerfeuern oder das Verlassen der Wege. Nationalparks haben den höchste Schutzstatus unter den Naturschutzgebieten in Deutschland. Das 11 000 Hektar große Waldgebiet liegt im Westen von Nordrhein-Westfalen und ist seit 2004 als Nationalpark ausgewiesen. Deutschlandweit gibt es 16 dieser Parks.

«Der Nationalpark Eifel ist an einigen Stellen deutlich über seine Kapazitätsgrenzen gekommen», berichtete Lammertz. An schönen Wochenenden seien Parkplätze und beliebte Besucherziele überfüllt gewesen. Der Nationalpark hatte seit Mitte März das Angebot kostenloser Wanderungen mit einem Ranger aus Gründen des Infektionsschutzes gestoppt. Die Forstwirte waren dann stattdessen unter anderem in der Gebietskontrolle unterwegs.

Mit dem ersten Lockdown im Frühjahr kamen viele Menschen in die Natur, wo die Ansteckungsgefahr mit dem gefährlichen Virus gering ist. Der Run hielt auch in den Herbstferien und im November an. Das wird nach Ansicht des Wanderexperten erstmal so bleiben: «Solange Auslandsreisen nicht möglich sind, rechnen wir mit weiterhin hohem Besucheraufkommen im Nationalpark», sagte Lammertz. Es sei grundsätzlich schön, dass die Menschen die heimische Natur entdeckten. Derzeit verzichtet der Nationalpark auf Werbung.

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