Freizeit
Zum Wochenstart weniger Andrang in NRW-Wintersportgebieten

Die strengen Maßnahmen in den verschneiten Wintersportorten im Sauerland und in der Eifel zeigen Wirkung: Nach dem chaotischen Wochenende blieb es am Montag vergleichsweise ruhig. Zum Wochenende wird aber wieder mit einem Ansturm gerechnet.

Montag, 04.01.2021, 17:04 Uhr aktualisiert: 04.01.2021, 17:12 Uhr
Absperrungen blockieren die Zufahrt zu einem Parkplatz im Skigebiet in Winterberg.
Absperrungen blockieren die Zufahrt zu einem Parkplatz im Skigebiet in Winterberg. Foto: Henning Kaiser

Winterberg/Hellenthal (dpa/lnw) - Bauzäune vor Parkplätzen und ein Betretungsverbot für Rodelpisten: Die Maßnahmen gegen einen Ansturm von Touristen auf die Wintersportgebiete in der Eifel und im Sauerland scheinen Wirkung zu zeigen. Nach den chaotischen Zuständen am Wochenende blieb es am Montag weitgehend ruhig. Es sei zudem davon auszugehen, dass nach der Pause über Weihnachten und Neujahr wieder mehr Menschen bei der Arbeit seien, sagte die Stadtsprecherin von Winterberg, Rabea Kappen. Weil mitten in der Corona-Pandemie zuletzt täglich Zehntausende Ausflügler nach Winterberg kamen, gilt dort seit Sonntag ein Betretungsverbot in den Ski- und Rodelgebieten, um das Risiko von Ansteckungen klein zu halten.

Die verschneite Eifel-Gemeinde Hellenthal zog am Montag die Notbremse und sperrte fünf Parkplätze in den Höhengebieten. Am Wochenende hatten Tausende Besucher ein Verkehrschaos verursacht. Parkplätze waren überfüllt, Autos wurden auf einer Länge von mehr als vier Kilometern wild an Bundes- und Landstraßen geparkt. Das Schneetelefon der 8000-Einwohner-Gemeinde wies am Montag auf die geschlossenen Parkplätze, Kontrollen und mögliche Strafen hin. «Momentan ist alles entspannt», sagte ein Sprecher.

In Winterberg mussten Mitarbeiter des Ordnungsamts nur vereinzelt Menschen vom Betreten der Piste abhalten. Insgesamt seien 64 Verstöße gegen die Maskenpflicht, das Betretungsverbot sowie die Kontaktbeschränkungen festgestellt worden, hieß es am Nachmittag in einer Bilanz von Polizei und Stadt. Samstag und Sonntag waren in etwa viermal so viele Verstöße registriert worden. «Die Straßensperrungen vom Wochenende und die geltenden Betretungsverbote haben sicher viele Leute abgehalten», sagte Kappen. Nach dem durch Staus und Hunderte Verstöße geprägten Wochenende könne man nun aufatmen in dem beliebten Wintersportort. «Erstmal zumindest. Zum Wochenende rechnen wir wieder mit ganz anderen Dimensionen», sagte Kappen.

Polizei und Ordnungskräfte zeigten auch am Montag deutliche Präsenz. Nach Angaben eines Polizeisprechers aus dem Hochsauerlandkreis war abermals die Bereitschaftspolizei zur Unterstützung ausgerückt. «Wie wir für diesen Werktag erwartet haben, sind aber deutlich weniger Menschen unterwegs», sagte er. Insgesamt hätten sich viel weniger Auswärtige auf den Weg in die Skigebiete des Kreises gemacht.

Lifte, Pisten sowie Restaurants und Hütten sind dort ohnehin bis mindestens 10. Januar geschlossen. Dennoch suchten nach Angaben der Stadt Winterberg zuletzt täglich Zehntausende den Weg in die Wintersportgebiete des Sauerlandes. Die Ausflügler ließen Müll liegen und verrichteten ihre Notdurft in der Natur oder gar auf Privatgrundstücken. Daraufhin sprach die Kommune ein Betretungsverbot für die Skigebiete zunächst bis mindestens zum 10. Januar aus.

In der Eifel hatte Hellenthal die Lifte am Skigebiet «Weißer Stein» zwar nicht geöffnet, doch waren Besucher zu Fuß den Berg hinaufgestiegen. Gesperrt sind außer Parkplätzen auch Schneewanderwege. Loipen seien nicht gespurt, sagte der Sprecher von Hellenthal. Bis auf weiteres soll es dabei bleiben.

Kommunen dürfen in der Pandemie in Einzelfällen zusätzliche Schutzmaßnahmen verhängen, die über die landesweiten Corona-Regeln hinausgehen. So hatten beispielsweise die nordfriesischen Inseln und St. Peter-Ording zur Reisezeit im Frühsommer zeitweise Tagesgäste nicht zugelassen. Auch das nordhessische Willingen bereite ein Betretungsverbot vor, hieß es am Montag.

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