Prozesse
Vier Jahre Haft für lebensgefährliche Tritte im Vollrausch

Düsseldorf (dpa/lnw) - Wegen lebensgefährlicher Fußtritte gegen einen Zechkumpanen hat das Düsseldorfer Landgericht einen 38-jährigen Mann zu vier Jahren Haft verurteilt. Der Angeklagte hatte nach einem Wortgefecht im Vollrausch auf den 55 Jahre alten Bekannten in dessen Wohnung eingetreten und ihn schwer verletzt. Das Opfer erlitt im vergangenen Juli einen Schädelbruch und mehrere Rippenbrüche.

Dienstag, 05.01.2021, 15:53 Uhr aktualisiert: 05.01.2021, 16:02 Uhr
Der Schriftzug «Landgericht Düsseldorf» hängt an der Fassade des Landgerichts an der Werdener Straße.
Der Schriftzug «Landgericht Düsseldorf» hängt an der Fassade des Landgerichts an der Werdener Straße. Foto: Rolf Vennenbernd

Die Staatsanwältin hatte den 38-Jährigen wegen versuchten Totschlags angeklagt und am Dienstag fünf Jahre Haft gefordert. Eine der Rippen hatte einen Lungenflügel durchbohrt und das Opfer in akute Lebensgefahr gebracht. Das habe der Angeklagte in Kauf genommen, sagte die Staatsanwältin.

Das sah die erste Strafkammer anders und verurteilte den 38-Jährigen nur wegen gefährlicher Körperverletzung, ordnete aber seine Unterbringung in einer Entziehungsklinik an.

Der Angeklagte hatte nach der Tat noch eine Zechtour in die Altstadt unternommen. Er gab im Prozess an, er könne sich an den Vorfall nicht erinnern. Auch dem 55 Jahre alten Opfer fehlte jede Erinnerung.

Nach Aussage einer Zeugin, die damals in der Wohnung war, war der Angeklagte ausgerastet, nachdem das Opfer ihn wegen seiner polnischen Herkunft beleidigt hatte.

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