Tiere
Rotkehlchen und Spatz: Vögel zählen bei Mitmach-Aktion

Mit dem Fernglas am Fenster: Wie viele Vögel flattern im Garten herum, wer pickt am Vogelhäuschen? Die vielen einzelnen Beobachtungen erbringen wichtige Erkenntnisse. Zum Beispiel zur Lage der hübschen Blaumeisen.

Donnerstag, 07.01.2021, 06:22 Uhr aktualisiert: 07.01.2021, 06:32 Uhr
Das Logo des NABU (Naturschutzbund Deutschland).
Das Logo des NABU (Naturschutzbund Deutschland). Foto: Wolfgang Kumm

Düsseldorf (dpa/lnw) - Um das Vorkommen der Wintervögel in der Natur zu erfassen, sind wieder Beobachtungen von Naturfreunden gefragt. Die Naturschutzorganisation Nabu veranstaltet von Freitag bis Sonntag (8.-10. Januar) zum elften Mal die Zählaktion «Stunde der Wintervögel». Im Vorjahr machten in Nordrhein-Westfalen 28 000 Beobachter mit, so viele wie nie zuvor. Gemeldet wurden über eine halbe Million Vögel. Am häufigsten gesichtet wurden Spatz, Kohlmeise und Blaumeise.

«Es wäre nicht überraschend, wenn diese Rekordbeteiligung während des gegenwärtigen Corona-Lockdowns noch übertroffen würde», sagte Nabu-Landes-Vize Birgit Beckers. Eine Erfahrung aus dem Frühjahr 2020 sei, dass die Natur vor der Haustür von vielen Menschen wieder mehr wahrgenommen und geschätzt werde, wenn es nicht möglich sei, in die Ferne zu schweifen. «Je mehr Menschen an der Zählung teilnehmen, desto aussagekräftiger werden zudem die Ergebnisse», sagte Beckers.

Die Blaumeise bekommt besonders viel Aufmerksamkeit. Denn im vorigen Frühjahr waren in Deutschland Tausende Blaumeisen durch eine von einem Bakterium ausgelöste Epidemie gestorben.

Bei der wissenschaftlichen Mitmachaktion zählen Menschen von Wohnung, Haus oder Garten aus eine Stunde lang Wintervögel. Gemeldet wird die höchste Anzahl der gleichzeitig gesichteten Vögel einer Art. Daraus ergibt sich eine Momentaufnahme der Vogelwelt in den Städten und Dörfern: Aus vielen einzelnen Beobachtungen entsteht ein großes Bild. Die Ergebnisse kann man online unter www.nabu.de/onlinemeldung, per Telefon unter 0800/115 7 115 oder mit einer Nabu-App melden.

Wie viele Vögel gesichtet werden, hängt auch von der Witterung ab. «In kalten und schneereichen Wintern kommen deutlich mehr Vögel in die Nähe der Menschen», berichtete der Nabu. Zu den Vögeln, die in der kalten Jahreszeit zu sehen und zu hören sind, gehören Rotkehlchen, Amsel, Meisen, der Sperling, auch Spatz genannt, oder Spechte, deren Trommeln weithin zu hören ist. In den kahlen Ästen sind die Vögel viel besser zu sehen als im Sommer, wenn die Bäume Laub tragen.

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