Kriminalität
Bewaffneter starb durch Polizeischuss ins Herz

Mülheim (dpa) - Der am Mittwochabend bei einem Schusswechsel in Mülheim an der Ruhr von der Polizei erschossene 65-Jährige ist laut Obduktionsergebnis durch einen Treffer ins Herz getötet worden. Den bisherigen Ermittlungen zufolge soll der mit einem Gewehr bewaffnete Mann unmittelbar auf die eintreffenden Polizeibeamten geschossen haben. Sie erwiderten das Feuer und trafen den Mann im Oberkörper und am Kopf.

Donnerstag, 07.01.2021, 17:37 Uhr aktualisiert: 07.01.2021, 17:52 Uhr
Einsatzkräfte der Polizei und Feuerwehr stehen bei ihren Fahrzeugen.
Einsatzkräfte der Polizei und Feuerwehr stehen bei ihren Fahrzeugen. Foto: Christoph Reichwein

Wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Donnerstag mitteilten, war der erste Schuss bereits tödlich. Wie nach Waffengebrauch der Polizei üblich übernahmen aus Neutralitätsgründen die Staatsanwaltschaft Duisburg und die Bochumer Polizei die weiter andauernden Ermittlungen gegen die beteiligten Kollegen in dem Fall.

Wie die Ermittler am Donnerstag mitteilten, soll der Mann nach aktuellem Kenntnisstand vor dem Polizeieinsatz bereits mit einem Revolver auf die geschlossene Wohnungstür seiner Ex-Freundin (55) gefeuert haben. Sie wohnt im selben Haus, aber in einer getrennten Wohnung. Dorthin hatte sie sich nach einem Streit zurückgezogen, woraufhin die Schüsse fielen. Sie blieb unverletzt. Zeugen der «lauten Knallgeräusche» hatten die Polizei alarmiert.

Da der 65-Jährige über weitere Waffen verfügen sollte und in der Vergangenheit schon wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz auffällig geworden war, waren Spezialeinheiten und Experten des Landeskriminalamtes hinzugezogen worden. Sicherheitshalber waren das betroffene Mehrfamilienhaus und angrenzende Häuser geräumt worden. Später konnte eine Gefährdung durch Sprengstoff ausgeschlossen werden.

Bei der späteren Durchsuchung der Wohnung waren die Beamten zudem auf nationalsozialistische Devotionalien gestoßen, wie ein Sprecher erklärte.

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